Jüngersdorf - Jüngersdorf: Alte Glocke erklingt im neuen Turm

Jüngersdorf: Alte Glocke erklingt im neuen Turm

Von: dama
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Willi Bogenrieder, Hans Schmitz, Hubert Nepomuck und Matthias Merkens (v.l.) freuen sich über den Klang der alten Glocke im neuen Turm. Foto: D. Schröder-Martinak

Jüngersdorf. Zweieinhalb Minuten. Nicht mehr und nicht weniger. Exakt so lange schwingt der Klöppel hin und her und ruft die Jüngersdorfer und Pierer herbei. Eigentlich weiß die Glocke der Marienkapelle, was sie zu tun hat.

Schließlich ist ihr himmlischer Klang bereits seit 1968 zu hören, allerdings musste das kirchliche Klanginstrument nach einer mehrjährigen „Geläutpause“ erst noch einmal „eingearbeitet“ werden, wie der Vorsitzende des Kapellenvorstandes, Matthias Merkens, erklärte: „Im Oktober 2011 wurde die alte Kapelle entweiht und somit auch die Glocke. Im Frühjahr 2012 wurde das Gebäude samt Glockenturm abgebrochen.“

Im September 2012 erfolgte der Spatenstich für die neue Kapelle. Dank der Entschädigungssumme für die Abbaggerungsmaßnahmen in Pier und der Bereitschaft der Gemeinde, diese für die neue Kapelle einzusetzen, konnte ein Jahr später das neue Gotteshaus eingeweiht werden. Allerdings läutete da noch nichts. Merkens: „Es war uns ein großes Anliegen, die alte Glocke wieder erklingen zu lassen.“

Die Stahlkonstruktion samt Holzverkleidung, Aufhängung und Vorrichtung für die Glocke mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern kostete stattliche 100.000 Euro. Um es in den Worten Schillers auszudrücken, hat sich all‘ die Mühe und Investition aber gelohnt: „Was in des Dammes tiefer Grube die Hand mit Feuers Hülfe baut, hoch auf des Turmestube da wird es von uns zeugen laut.“

Und laut wurde es pünktlich um neun Uhr. Dann nämlich läutete die alte Glocke im neuen Glockenturm zu ihrem eigenen Fest. Im Rahmen eines Erntedankgottesdienstes wurde sie von Pfarrer Heinz Portz gesegnet. Fröhlicher konnte die Glocke nicht klingen, und mit jedem Schlag zitterte das oben angebrachte Kreuz, welches ebenfalls Bestandteil des alten Glockenturmes war, beschwingt mit.

„Man hat hier eine gute Mischung gefunden, sowohl den Gläubigen aus Jüngersdorf als auch denen aus Pier ein neues zu Hause zu geben“, fügt Willi Bogenrieder hinzu. Mit der Umsiedlung war so manches Heimatgefühl vorerst verloren. Mit solchen Andenken wie der Glocke soll ein Stück Heimat erhalten bleiben. Denn nicht nur in der Kapelle, sondern eben auch schon äußerlich, am neuen Glockenturm, wird an das alte Gotteshaus erinnert.

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