Jubilare schenken dem Stift ein Konzert mit Lars Vogt

Von: Bruno Elberfeld
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Lars Vogt, auf dem Klavierhocker neben seinem Vater Paul Vogt, seine Kollegin Anna Reszniak, Vertreter der Jubilare und der Schule nach dem Benefizkonzert in der Aula des Stifts. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Ein Leben mit und für die Musik, ein Leben oft auch im Kampf mit verspäteten Zügen oder ausfallenden Fliegern. Das gehört dazu. Lars Vogt, der wohl einmal den Satz „Leben ohne Musik ist ein Irrtum“ gesagt hat und seine Partnerin Anna Reszniak konnten den Konzerttermin im „Stift“ einhalten.

Schon kurz nach ihrem Eintreffen in der Aula gingen sie mit Enthusiasmus der Arbeit nach, die sie besonders gut können.

Lars Vogt, geboren in Düren, sozialisiert am Gymnasium am Wirteltor, weit über die Grenzen Deutschlands ein gefeierter Pianist, Musikprofessor und Dirigent, und Anna Reszniak, eine Virtuosin auf der Violine, Erste Konzertmeisterin der Nürnberger Symphoniker, spielten auf Einladung der Abiturientia des Stiftischen Gymnasiums von 1956.

Die Jubilare feierten ihr Diamantenes Abitur mit einem Geschenk an die Schule, an der sie vor sechs Jahrzehnten ihre Reifezeugnisse erhalten hatten. Unter den Jubilaren Paul Vogt, der Vater Lars Vogts. Alle Einnahmen kommen der Schule zugute.

Das Programm von Mozart über Eugène Ysage und Maurice Ravel bis zu Johannes Brahms bot einen kleinen Ausschnitt europäischer Musik vom 18. bis ins 19. Jahrhundert. Die Klaviersonate Nr. 2 F-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) mit den Sätzen Allegro assai, Adagio und Presto ließ die Klasse aufblitzen, mit der Lars Vogt unterwegs ist. Auffallend in diesem Werk sind die extremen Kontraste in Affekt und Tempo der einzelnen Sätze.

Den Bekanntheitsgrad des folgenden Stücks von Eugène Ysage (1858-1931) unter dem Titel „Sonate für Violine solo d-Moll“, auch als Ballade bezeichnet, steigerte Anna Reszniak mit ihrem technisch brillanten und empathischen Stil, intensiv ihr Fingerzugriff, schwungvoll ihr vom ganzen Körper begleiteter Bogenstrich. Furios und nicht für schwache Nerven war Maurice Ravels (1875-1937) Sonate für Violine und Klavier Nr. 2.

Der Komponist, der hier und da schon mal seine musikalische Affinität zu Altmeister Mozart herausgestrichen hatte, hatte vielleicht doch nicht den Vergleich mit diesem seinem Werk im Visier. Klavier und Violine im nahezu dauerndem Wettstreit auf der Suche nach einer Lösung. Erregende Crescendi, Techniken auf der Violine, die virtuos daherkamen, die Spannung steigerte sich bis zur Zerreißprobe. Die Hörer in der Aula konnten den Worten des Pianisten und Ravelkenners Arbie Orensteins, geboren 1937 in New York, zustimmen, dass Ravel wohl zeitweise geglaubt hatte, dass Klavier und Violine, in diesem Werk mit deutlich jazzigen Elementen zu hören, eigentlich unvereinbare Instrumente seien.

Die letzten Kompositionen, Mozarts Klaviersonate Nr. 3 B-Dur, und die Sonate von Johannes Brahms (1833-1897) nahmen, bis auf wenige Passagen, die dramatische Spannung raus und lenkten in ruhigere Gewässer.

Begrüßt wurden die Gäste, die Jubilare und die Musiker von Oberstudiendirektor Jens Hildebrand. Er bezeichnete die Feier als ein Geschenk an die Schule, weil sie die wertschätzende Verbindung ehemaliger Schüler zum Stiftischen Gymnasium demonstriere. Die Laudatio zum Fest hielt Jubilar Dr. Jürgen Delbrück, der sich mit Rührung an die Räume, besonders die Aula der Schule, erinnerte, in der die berühmte Pianistin Elly Ney die schwarz-weißen Tasten bedient hatte, in der viele Personen aufgetreten sind, die später zur kulturellen Weltgeschichte zählten.

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