Merode - „Johnesch Krözje” am alten Platz

„Johnesch Krözje” am alten Platz

Von: Tobias Röber
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Wieder an alter Stätte: Das
Wieder an alter Stätte: Das „Johnesch Krözje” wurde an der Schlossstraße in Merode aufgebaut. Foto: Röber

Merode. „Dä, jätz litt et do!” Albert Trostorf wiederholte die Worte seines Großvaters, die er seit dem Ende der 60er Jahre im Kopf hat, bei der Einsegnung des „Johnesch Krözje”. Das Kreuz steht in der Schlossstraße und hat eine durchaus bewegte Vergangenheit.

Das Kreuz hat seinen Ursprung um 1880. Damals stand es an der alten Eiche auf dem Gelände der Gärtnerei Körner am Ortsausgang in Richtung Langerwehe (heute Pier). Der Name „Johnesch Krözje” leitet sich wohl von den früheren Eigentümern des Geländes ab, auf dem das Kreuz stand. Das Grundstück wurde vor der Flurbereinigung 1965 als Wiese genutzt.

Diese gehörte bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Wilhelm Uerlings, dem Urgroßvater von Helmut Johnen und nach der Jahrhundertwende dessen Schwiegersohn Martin Johnen und seiner Frau. Während der Flurbereinigung 1968/69 wurde das Kreuz von einer Planierraupe umgefahren. Das veranlasste den Großvater von Merodes Ortsvorsteher Albert Trostorf zu eben jenem Satz: „Dä, jätz litt et do.”

Wenige Monate später wurde an einer stattlichen Eiche ein schlichtes Holzkreuz angebracht - als Ersatz für das zerstörte Kreuz. Somit hing das neue Kreuz auf Privatbesitz. An dieser Stelle standen früher mehrere Eichen, die von Martin Johnen gefällt wurden. Der Kaplan soll damals vorbeigekommen sein und gebeten haben: „Nu lott ossem Herrjott doch ene Boom stonn!” (Nun lasst unserem Herrgott doch einen Baum stehen).

Eine Eiche überlebte

Dieser Bitte verdankt die jetzt noch vorhandene Eiche ihr Überleben. Und das Kreuz der beiden Frauen hängt immer noch daran.

Die Wiese wurde später verkauft. Das Kreuz wurde jedoch nie nach den späteren oder vorherigen Eigentümern benannt, sondern blieb immer das „Johnesch Krözje”. Aus einem Protokoll vom 11. Dezember 1969 des Gemeinderates von Dhorn geht hervor, dass bereits damals über einen Neubau des Holzkreuzes nachgedacht wurde. In diesem Jahr hat Familie Körner der Bitte der Dorfgemeinschaft Merode entsprochen, das Kreuz auf ihrem Gelände an alter Stätte wieder errichten zu können.

Helmut Johnen, Enkel des ersten Kreuzstifters, hat den Korpus gestiftet. Alexander Göbbels, Enkel der zweiten Kreuzstifterin Eva Vavasseur, hat das Holz für das Kreuz gestiftet. Das Emailleschild ist das Originalschild des ersten Kreuzes. Es wurde von Michael Krieger, Archivar des Geschichts- und Heimatvereins der Herrschaft Merode, im Speicher des alten Forsthauses gefunden. Das Kreuz wurde von Günter Peters aus Dhorn nachgebaut. Ein regionaler Enegierversorger leistete Hilfe bei der Gestaltung des Platzes. Die Einsegnung nahm Pfarrer Bernhard Gombert vor.
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