Johannes-Passion erklingt in Heimbacher Wallfahrtskirche

Von: bel
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Der „Aachener Domchor” und das „Concert Royal Köln” gastierten in der Heimbacher Salvator-Kirche mit der Johannes Passion. Die Leitung hatte Berthold Botzet.

Heimbach. Alles ist Wandel, alles im Fluss. So musste die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach kurzfristig von der St. Clemens Kirche in die Salvatorkirche verlegt werden. Die Heizung in der alten Kirche streikte.

Das tat der verinnerlichten Stimmung bei den Menschen in den Bänken keinen Abbruch, auch wenn die Akustik in der Wallfahrtskirche nicht so gut ist.

Der Domchor, Knaben und Männer, an der Zahl 50, war mit dem „Concert Royal Köln” angereist, um zu Zeiten der Passion die weniger bekannte Johannes-Passion aufzuführen. Im Gegensatz zur bekannteren Matthäus-Passion, die mehr das Menschsein Jesu betont, verherrlicht Evangelist Johannes das Gottsein Jesu.

Diesen unterschiedlichen Ansätzen hat Johann Sebastian Bach Rechnung getragen und so wirkte die Johannes-Passion auch auf die Menschen in der Heimbacher Kirche: majestätisch, aufrecht, würdig trotz großen Leidens. Ein selbstbewusster Christus tritt den römischen Schergen bei der Gefangennahme gegenüber. Beim Verhör durch die Hohen Priester steht er aufrecht und stolz und antwortet nach eigenem Gutdünken.

Der Aachener Domchor, der älteste Knabenchor Deutschlands mit einer mehr als 1200-jährigen Geschichte, meisterte die Passagen brillant, ein in sich ruhender, geschlossener Klangkörper, der den Kirchenraum harmonisch durchdrang.

Instrumental gestaltete das „Concert Royal Köln” die Passion. Das Orchester ist spezialisiert auf die Aufführung barocker und klassischer Oratorien und Passionen, wobei es zeitgenössische Instrumente einsetzt.

Nahtlos und ohne Brüche reihten sich die Solistenstimmen in das Ganze ein: Jens Lauterbach, Tenor, in der Rolle des Evangelisten, Weiland Satter übernahm die Christusworte, Nadine Balbeisi, Sopran, Bettina Ranch, Alt, und Burkhard Zass, Bass.

Die Gesamtleitung lag in den Händen von Domkapellmeister Berthold Botzet.
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