Johannes Esser und der Ausflug in die Romantik

Von: Hannes Schmitz
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Er bot ein erstklassiges Orgelkonzert und brachte dem Publikum Kompositionen aus dem anglo-amerikanischen romantischen Bereich näher: der musikalische Leiter der Cappella Villa Duria Johannes Esser. Foto: Schmitz

Düren. Neues zu entdecken ist eines der Leitmotive der Cappella Villa Duria. Und der musikalische Leiter der CVD, Johannes Esser, war auf Entdeckerspuren unterwegs und stellte ein Konzertprogramm zusammen, das nicht zu vergleichen war mit „üblichen“ Orgelkonzerten.

Keine Werke von Bach, Vierne, Widor, Buxtehude, Reger oder Karg-Elert wurden in der Pfarrkirche St. Joachim angespielt, sondern Kompositionen, die erst allmählich in Konzertprogrammen zu hören sind.

Johannes Esser hatte in alten Orgelwerken gestöbert und sich zu einem musikalischen Ausflug in die deutsche, englische und amerikanische Romantik entschlossen. Schon bei der Ankündigung des Konzerts hatte Dr. Gisela Hagenau gestanden, nur von einem Komponisten gehört zu haben und der Konzertabend daher für sie ebenso eine Überraschung würde wie wahrscheinlich auch für die zahlreichen Konzertbesucher.

Es wurde eine angenehme Stunde mit einem tiefen Erleben, als die meditativen und virtuosen Orgelwerke von John Ebenezer West, Percy Fletcher, Camillo Schumann, Alfred Jethro Silver, William Faulkes und Ludwig Neuhoff auf der Klais-Orgel erklangen. Romantische Toccaten spielte Johannes Esser und spann dabei gekonnt den Bogen zwischen romantischen, leisen, eindringlichen Tönen bis hin zu mitnehmenden dramatischen Steigerungen. Die Konzertbesucher lernten so Camillo Schumanns „Intermezzo und Toccata“ wie auch Fletchers „Festival Toccata“ kennen, das als Schlusswerk des Konzerts eine grandiose Wirkung entfaltete.

Eine melodiöse und meditative Welt tat sich auf bei Kompositionen von Faulkes und West. Den Reigen englischer Orgelimpressionen komplettierten Percy Fletcher mit „Festal Offertorium“ und „Fountain Reverie“, wobei sich in der Interpretation von Johannes Esser der Kirchenraum zu „Urquell von musikalischen Tagträumen und Schwärmereien“ zu wandeln schien.

In diesen Rahmen gehörte auch die selten gespielte Sonate e-moll op.11 von Ludwig Neuhoff, aus der der Organist das „Andante“ spielte. Begonnen hatte der Konzertabend, der mal laut und dann wieder sehr dezent mit spielerisch verteilten Tönen und Harmonien war, mit dem wunderschönen und exzellent gespielten „Allegro maestoso“ aus der Sonate d-Moll des englischen Romantikers John Ebenezer West.

Ein Abend, der auf wirkungsvolle Art dokumentierte, dass der Kirchenraum von St. Joachim im Dürener Norden mit seiner außergewöhnlichen Verbindung von Architektur, Akustik und Orgelklang unbedingt für Konzerte erhalten bleiben muss.

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