Jetzt hat die Stunde auch an der Gesamtschule 60 Minuten

Von: ja
Letzte Aktualisierung:
gesamtbu
Zieht ein positives Zwischenfazit des neuen Konzepts: Hermann-Josef Foto: Abels

Niederzier/Merzenich. Die klassische Unterrichtsstunde mit einer Dauer von 45 Minuten gehört nun auch an der Gesamtschule Niederzier/Merzenich der Vergangenheit an. Seit neuestem dauert die Stunde auf Wunsch der Lehrer 60 Minuten.

„Wir brauchen einfach mehr Zeit, um mit den Schülern neue Lerninhalte üben zu können”, begründet der Didaktische Leiter Franz Hüsen die Intention der Änderung, die eine Schule mit Standorten in zwei Kommunen natürlich vor eine besondere Herausforderung stellt. „Eigentlich sind es sogar drei Standorte”, rechnet Schulleiter Hermann-Josef Gerhards auch das Dürener Schwimmbad mit ein.

So mussten nicht nur die vom NRW-Schulministerium auf die klassische Unterrichtsstunde zugeschnitten Lehrpläne und Arbeitszeiten der Lehrer überarbeitet und angepasst werden, auch der Bustransfer der Schüler innerhalb des Linienverkehrs musste berücksichtigt werden. „Ein 60-Minuten-Rhythmus erschien uns dabei am praktikabelsten”, erklärt Gerhards, während am Kreuzauer Gymnasium zum Schuljahresbeginn der Unterricht auf 70-Minuten-Stunden umgestellt wurde.

Die Gesamtschüler haben nun täglich maximal sechs Schulstunden, aufgeteilt in drei Blöcken zu je zwei Stunden, die durch eine halbstündige Vormittags- und eine 55-minütige Mittagspause unterbrochen werden.

Drei Monate nach dem Start fällt die erste Zwischenbilanz durchaus positiv aus. Nicht nur, dass es laut Gerhards im Schulgebäude seit Einführung des 60-Minuten-Takts spürbar ruhiger geworden ist, weil die Schüler nicht mehr so oft die Klasse wechseln müssen, es bleibt im Unterricht auch mehr Raum für ausgedehntere Arbeit in Lerngruppen, unterstreicht der Schulleiter.

„Es ist wesentlich einfacher, alle Schüler in die Arbeit miteinzubeziehen und Gruppenergebnisse in Ruhe vorstellen zu lassen”, erklärt Studiendirektor Wolfgang Wieseler den pädagogischen Mehrwert, der vor allem auf eines abzielt: eine noch stärkere individuelle Förderung.

Jetzt neu: Jeder Lehrer hat seinen eigenen Raum

Teil des neuen Unterrichtskonzepts an der Gesamtschule Niederzier/Merzenich ist neben dem veränderten Zeitraster aber noch eine zweite Änderung. Am Standort Niederzier, an dem die Jahrgänge 8 bis 13 unterrichtet werden, gibt es neuerdings sogenannte „Lehrerräume. Das heißt, die Schüler suchen die Fachlehrer in ihren Räumen auf. Vorteil für die Lehrer: Sie können „ihren” Raum nach ihren pädagogischen Vorstellungen fachgerecht gestalten.

„Aufgrund der starken Differenzierung bietet sich das Modell ab der 8. Klasse an”, erklärt Franz Hüsen, während es sich am Standort Merzenich nicht lohne, da in der Unterstufe die meisten Stunden noch im eigenen Klassenraum stattfinden. „Beide Änderungen scheinen zu greifen”, freut sich Schulleiter Gerhards, kündigt aber an, das neue Unterrichtskonzept am Ende des Schuljahres auf den Prüfstand zu stellen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert