„Jeder kann helfen“: Jugendrotkreuzler im Wettbewerb

Von: Stephan Johnen
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Übung macht den Meister: Die Mitglieder des Jugendrotkreuzes bereiten sich intensiv auf den Bundeswettbewerb vor. Foto: Stephan Johnen
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Angelika und Manfred Holzportz leiten die Hürtgener Jugendrotkreuzgruppen.

Hürtgen. Jede Sekunde zählt. Was ist passiert? Ist jemand verletzt? Wenn ja, wie schwer? Wurde der Rettungsdienst alarmiert? Schnell haben sich die Jugendlichen einen Überblick verschafft und die Aufgaben verteilt. Jeder Handgriff muss sitzen, jedes Teammitglied weiß, was zu tun ist. Zweimal im Monat proben die Mitglieder der drei Jugendrotkreuzgruppen Hürtgen den Ernstfall.

Zuletzt war das Pensum deutlich höher, schließlich geht es in der kommenden Woche ins niederbayerische Straubing. Dort vertreten sieben Mitglieder aus Hürtgen den Landesverband Nordrhein beim Bundeswettbewerb des Deutschen Jugendrotkreuzes.

„Wir freuen uns auf den Wettbewerb, es ist das elfte Mal, dass eine Gruppe von uns dabei ist“, erklärt Carina. Die 19-Jährige gehört zu den älteren der insgesamt 27 Mitglieder des Hürtgener Jugendrotkreuzes (JRK), Maren ist mit 14 Jahren eines der jüngsten Mitglieder. Zum Wettbewerb nach Straubing reisen aber vor allem die „alten Hasen“ . „Die Bedingungen sind möglichst real, das muss man verkraften können“, weiß Gruppenleiterin Angelika Holzportz. Werden beispielsweise in Hürtgen die Wiederbelebungsmaßnahmen an einem Dummy geprobt, sind bei Wettbewerben Unfälle und Verletzte möglichst realistisch nachgestellt, es kommen Schminke und Kunstblut zum Einsatz.

Die Aufgaben, die die sieben Erstretter aus Hürtgen meistern müssen, sind vielfältig. Erste-Hilfe-Praxisaufgaben gehören ebenso dazu wie Wissensfragen und kulturelle, soziale und musische Stationen. Außerdem sind Teamfähigkeit, Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt.

In den vergangenen Jahren haben sich die Hürtgener immer für den Wettbewerb qualifiziert. „In diesem Jahr gab es keine Landesentscheidung. Da haben wir angerufen und uns erkundigt, ob wir Nordrhein vertreten können“, berichtet Gruppenleiter Manfred Holzportz. Sie dürfen.

„Wir gehören neben Langerwehe noch zu den großen Gruppen. In Schmidt wird derzeit wieder eine Jugendrotkreuzgruppe aufgebaut“, berichtet Angelika Holzportz. Mit Blick auf die eigenen Gruppen macht sie sich keine Sorgen um die Zukunft, generell nehme die Zahl der Mitglieder im Jugendrotkreuz aber ab.

„Wir fangen sehr früh an, die Kinder werden mit dem Jugendrotkreuz groß“, beschreibt die Gruppenleiterin das Hürtgener Rezept. Die 49-Jährige bietet sogar in der Offenen Ganztagsschule Angebote an. „Viele Vereine beklagen sich, dass Kinder und Jugendliche neben der Schule kaum noch Zeit für Vereinsangebote haben“, sagt sie. „Wir drehen den Spieß um und gehen zu den Kindern in die Schule.“

„Wir lernen, was im Notfall zu tun ist, das ist sehr wichtig“, schildert die 14-jährige Hannah, warum ihr die Arbeit im Jugendrotkreuz schon seit Jahren Spaß macht. Die Hürtgener beteiligen sich so oft wie möglich auch an Bereitschaftseinsätzen, beispielsweise bei Veranstaltungen und Festen. Spaß und Freizeit kommen in den Gruppen ebenfalls nicht zu kurz. Es gibt Ausflüge und Fahrten, im Sommer wird schon einmal gegrillt, die Hürtgener pflegen Freundschaften zu anderen Gruppen des Jugendrotkreuzes.

Eine Botschaft ist den Kindern und Jugendlichen besonders wichtig: „Jeder kann helfen“, betont JRK-Mitglied Sarah (18). Wer einen Unfall oder Notfall mitbekommt, sollte sofort den Notruf wählen – und schauen, ob er Erste Hilfe leisten kann, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben. „Viele Menschen gaffen bei Unfällen – oder schauen aus Gleichgültigkeit weg. Das kann ich nicht verstehen“, sagt Sarah. Deswegen sei es wichtig, möglichst früh zu lernen und zu üben, wie Erste Hilfe aussieht, beispielsweise beim Jugendrotkreuz.

Die Hürtgener Gruppen treffen sich immer jeden zweiten Dienstag im Monat ab 16.15 Uhr im Jugendrotkreuzheim am Feuerwehrgerätehaus. Wer Interesse hat, die Arbeit einmal kennenzulernen, ist willkommen. Infos zum nächsten Termin gibt es per E-Mail an mail@jrk-huertgen.de. Die Hürtgener sind auch bei Facebook aktiv.

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