Düren - Jede Menge Spaß am Fußball trotz Regen

Jede Menge Spaß am Fußball trotz Regen

Von: Alexander Barth
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Spaß am Fußball: Die Mädchen der Dürener Nikolausschule und der Grundschule St. Joachim aus Rölsdorf beim Turnier. Foto: Alexander Barth

Düren. Von Angst vor dem berühmt gewordenen Fritz-Walter-Wetter ist hier nichts zu spüren. 150 Mädchen von zehn Grundschulen aus Düren, Aachen, Köln und Leverkusen haben am Mittwoch beim Fußballturnier des Projekts „Mädchen mittendrin“ auf dem Rasen des FC Niederau trotz Dauerregen vier Stunden Spaß am Fußball ausgelebt. Mittendrin die Teams der Katholischen Grundschule St. Joachim und der Nikolaus-Schule in Rölsdorf.

Projekt in ganz NRW

„Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball“ – unter diesem Motto haben sich bereits an drei Dürener Grundschulen Fußball-Arbeitsgemeinschaften gegründet, „die besonders dem Missstand entgegenwirken sollen, dass Mädchen aus sozial schwachen Familien im organisierten Fußball unterrepräsentiert sind“, erklärt Katharina Althoff. Sie hält beim Turnier in Düren die organisatorischen Fäden in der Hand. Das Projekt „Mädchen mittendrin“, dessen Logo auf manchem Trikot prangt, gibt es in ganz NRW.

Partner vor Ort ist neben dem FC Niederau die Fußballschule von Gert Engels. Der weltgereiste Fußballlehrer, der erst vor drei Wochen sein Engagement als Nationalcoach von Mosambik beendet hat, steht höchstpersönlich an der Linie und coacht die Mädchen von der Nikolausschule. Seine Schützlinge sind wuselig, aber voll bei der Sache. Engels gibt sparsame Kommandos, organisiert gemeinsam mit einer Lehrerin die Auswechslungen. „Den Trainer bekommt man eben nie raus aus mir“, sagt der gebürtige Dürener. Er steht voll hinter dem Konzept des Turniers. Es ist wichtig, dass jedes Mädchen, das Lust auf unseren Sport hat, die Chance zum Spielen bekommt.“

Diese Chance soll über den organisierten Kick in der Schule geschaffen werden – und am besten auch in einem Verein genutzt werden, wünscht sich Koordinatorin Katharina Althoff: „Wichtig ist, dass die Kinder erstmal in den AG´s der Schulen die Möglichkeit haben, organisiert zu spielen“. Viele scheiterten etwa an familiären oder religiösen Hürden, wenn es um Fußball geht. „Nicht wenige der jungen Sportlerinnen aus den Dürener Grundschulen stammen aus Migrantenfamilien. Ihr Auftritt beim Turnier hier zeigt, dass man die Hürden beseitigen kann. Fußball sollte eben für alle da sein.“

Zusammengehörigkeitsgefühl, Respekt, sportliche Bewegung und Spaß am Spiel – „Kinder können so viel mitnehmen durch Fußball. Das gilt für alle, natürlich auch für die Mädchen“, wirbt auch Gert Engels. Der Trainer hat das Team seiner Fußballschule mitgebracht. „Seine“ Mädchen sind als Schiedsrichterinnen aktiv und „können für die Jüngeren da sein.“

Über den Regen mosert dann auch nach vier Stunden noch niemand. „Wir hätten das Turnier niemals abgesagt“, ist Ulf Gebken, Erfinder des integrativen Projekts, sicher. „Wenn ich mich hier umschaue, glaube ich, alle wären traurig, wenn wir das hier nicht durchgezogen hätten.“ Das Szenario mit engagierten, lachenden und lauffreudigen Nachwuchsfußballerinnen gibt Gebken recht.

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