Jazztage: Dem Glanzpunkt droht das Aus

Von: Burkhard Giesen
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Pee Wee Ellis in der Christuskirche: Die Abschlusskonzerte der Jazztage waren in den letzten neun Jahren immer mit internationalen Stars besetzt. Foto: Sandra Kinkel
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Oliver Mark (links) und Henner Schmidt von „Planet Jazz“ müssen das Abschlusskonzert der Dürener Jazztage absagen – wenn sich nicht kurzfristig ein neuer Sponsor für die Veranstaltung in der Christuskirche findet. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Die Liste der Jazz-Musiker, die zum Abschluss der Dürener Jazztage in den letzten neun Jahren in der Christuskirche aufgetreten sind, ist hochkarätig: Barbara Dennerlein war dabei, der legendäre Paul Kuhn, Chico Freeman, Pee Wee Ellis, Courtney Pine, Monty Alexander – und noch einige andere mehr.

In diesem Jahr wollten Oliver Mark und Henner Schmidt von „Planet Jazz“ zum 10. Konzert wieder für einen würdigen Abschluss der Jazztage sorgen. Daraus wird wohl nichts: Den Planet Jazz-Machern ist der Sponsor abhanden gekommen.

Finanziert wurde die Reihe in der Vergangenheit von mehreren Unterstützern; Hauptsponsor war dabei stets die Sparda-Bank West. Die musste ihr Engagement nun einstellen, weil der Vorstand zumindest in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die Unterstützung sozialer Einrichtungen legt. Filialleiter Carsten Züll: „Ich bedauere das sehr. Ich hoffe sehr darauf, dass wir diese tolle Veranstaltung in Zukunft vielleicht wieder unterstützen können.“ Für die Veranstalter ist das besonders bitter, weil den Jazztagen damit ausgerechnet die einzige Veranstaltung abhanden kommt, die über Jahre hinweg international renommierte Jazz-Künstler auf die Dürener Bühne geholt hat. Henner Schmidt: „Wir haben uns immer als Ergänzung der Jazztage verstanden, nie als Konkurrenz.“

Große Nachfrage

Der Erfolg der Veranstaltungsreihe in der Christuskirche gab ihnen Recht: Der Zuspruch war riesig, die Nachfrage für die begrenzte Menge von Sitzplatzkarten stets so groß, dass man die Kirche locker zwei Mal hätte füllen können. Das drohende Aus macht Oliver Mark und Henner Schmidt zu schaffen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Zuschuss auf Null runtergefahren wird“, sagt Oliver Mark. Und: „Wenn wir weiterhin auf dem bisherigen Niveau internationale Künstler präsentieren wollen, müssten wir einen Sponsor finden, der uns 10.000 Euro zur Verfügung stellt.“

Das gestaltet sich schwierig. Henner Schmidt: „Wir haben einige Institutionen angesprochen, haben aber bisher nur Absagen erhalten.“ Natürlich gäbe es Alternativen: Man könnte Eintritt für die Veranstaltung verlangen. Das würde aber dem Prinzip der Jazztage insgesamt widersprechen und zudem ein finanzielles Risiko bergen. Henner Schmidt: „Wir machen das alles ehrenamtlich. Wir können da nicht noch privat ein finanzielles Risiko eingehen.“

Deadline Ende März

Weitere Alternative: Weniger bekannte Künstler, die finanzierbar sind. „Dann müssten wir aber Abstriche beim Niveau machen“, sagt Oliver Mark, und das Abschlusskonzert wäre nichts anderes als ein Teil der Planet Jazz-Reihe. Schmidt und Mark haben sich jetzt eine Deadline gesetzt. „Wenn wir bis Ende März keinen neuen Sponsor finden, dann müssen wir die Veranstaltung absagen.“

Helfen würde auch eine einmalige Finanzierungszusage. Dann könnte das Konzert Anfang Juni noch stattfinden und die Veranstalter hätten ein Jahr lang Zeit, einen neuen Sponsor zu finden. Bei der Suche danach bietet auch Jazzclub-Vorsitzender Rolf Delhougne seine Unterstützung an. Delhougne: „Ich bin zu allem bereit und würde selbstverständlich helfen. Ich unterstützte alles, was für den Jazz in Düren positiv ist.“

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