Jazz-Trompeter Salentin und Kollegen überzeugen in Nideggen

Von: Bruno Elberfeld
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Kuba Stankiewicz, Roman Chraniuk, Marcin Jahr, Julia Sawicka und Hans Peter Salentin brillierten in der Nideggener Pfarrkirche. Foto: bel

Nideggen. Hans Peter Salentin und seine Freunde zeigten in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Nideggen, was Profimusiker, kreativ und innovativ gestrickt, ihren Instrumenten entlocken können. Bei geschlossenen Augen hätten die vielen Menschen in den Kirchenbänken manchmal glauben können, aus dem Altarraum der altehrwürdigen Kirche menschliche oder auch tierähnliche Stimmen zu hören.

Im Jargon der Zirkussprache: Die fünf Künstler aus Deutschland und Polen jonglierten mit ihren Instrumenten so, dass sich außergewöhnliche Geräusche, aufregende und aufwühlende Melodien und besänftigende Töne im Kirchenraum verbreiteten, oft von den Instrumenten und der exzellenten Sängerin Julia Sawicka nur gehaucht, kaum hörbar, eine auch technische Meisterleistung.

Das Konzert teilte sich in zwei Teile, einmal die selbst komponierten Stücke – wie Trompeter und Chef der Truppe, Hans Peter Salentin, verriet – im „Modern Stream angesiedelt“. „Blue Window“, „Greenwall“, „Lake of unspoken words“, um nur wenige Titel zu nennen.

Im zweiten Teil des Abends spielte die Band Filmmusiken, ein Genre, für das Salentin, an der Würzburger Hochschule Professor für Trompete, Combo und Bigband, ein Faible hat. Melodien aus „Rosemarys Baby“, „Cinema Paradiso“ und „Changs Song“ waren vielen Leuten nicht so ganz unbekannt.

Menschen aus der Stadt und der Region, Jazzliebhaber, aber auch Menschen, die dieser Musik eher skeptisch gegenüber stehen, saßen in den harten Kirchenbänken und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Dabei merkten einige Gäste, dass Jazz große Anforderungen stellen kann. Es ist keine – um es salopp zu sagen – Wohlfühlmusik, die man nach einer anstrengenden Arbeitswoche zum Feierabend braucht.

Die Musik von „HP Salentin and friends“ rüttelte auf, stieß auf Unverständnis, animierte zum Nachdenken und Mitfühlen, bevor man sich bei einigen Stücken entspannter zurücklehnen konnte.

Ein Besucher, ein Mittsiebziger aus Nideggen, brachte das Geschehen während des Konzerts auf den Punkt. Er sagte: „Im Anfang hat mich das Schlagzeug genervt. Dann habe ich mich auf die Sache eingelassen und festgestellt, dass die Instrumente miteinander reden.“ Der Gast hatte in seinem Leben noch kein Jazzkonzert besucht.

Die Instrumente agierten tatsächlich wie in einer fünfköpfigen Familie. Da gab es den „Dominator“, in der Band Salentin mit Trompete oder Flügelhorn, da gab es die hin und wieder „Aufmüpfigen“, an den Drums Marcin Jahr und am Bass Roman Chraniuk. Zu Besuch kam als „weitgereister Sonnenschein“ Sängerin Julia Sawicka. Und wenn das Ganze einmal aus den Fugen geriet, konnte sich „Familienchef“ Salentin auf den Ausnahmepianisten Kuba Stankiewicz verlassen, der die Instrumentenfamilie moderat zusammen hielt.

Eine ganz normale Familie.

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