James-Rizzi-Ausstellung in Heimbach eröffnet

Von: Beate Weiler-Pranter
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Großer Andrang herrschte bere
Großer Andrang herrschte bereits am Eröffnungstag der Ausstellung „James Rizzi. Sein Leben. Seine Werke” im „Art Shop”, in dem die Besucher eine Erinnerung an den Künstler kaufen können. Foto: Weiler-Pranter

Heimbach. „Was haben wir hier in Heimbach ein Glück gehabt: Nicht Boston, London oder München haben den Zuschlag für eine erste museale Gedenkausstellung bekommen, sondern wir in Heimbach!”

Mit begeisterten Worten stimmte Professor Frank Günter Zehnder, Direktor der Internationalen Kunstakademie, die Vernissage-Gäste auf die außergewöhnliche Ausstellung „James Rizzi. Sein Leben. Seine Werke” ein, und Landrat Wolfgang Spelthahn sprach von einem „schönen und bedeutenden Tag für die Region.” Es war nicht zu überhören: Bei der Vernissage zur Erinnerungsausstellung für den vor vier Monaten verstorbenen Künstler James Rizzi herrschte euphorische Stimmung.

Als besonderen Ehrengast auf Burg Hengebach begrüßten die Veranstalter den Bruder des New Yorker Künstlers. William alias Bill Rizzi war extra aus Amerika angereist, um bei der Ausstellungseröffnung einige persönliche Worte an die Anwesenden zu richten. Sein Bruder James sei nicht nur ein außergewöhnlicher Künstler, sondern auch ein außergewöhnlicher Mensch gewesen: ein wunderbarer Bruder und Onkel. Mit liebevollem Blick auf das große Portrait des verstorbenen Malers beendete er seine kurze Ansprache mit den Worten: „I love you!”

Bis zum 29. Juni sind in den Ateliers und Ausstellungsräumen der Kunstakademie 306 Bilder, Zeichnungen und Grafiken von James Rizzi zu sehen: Von seiner frühesten Radierung, über seine erste 3-D-Grafik aus dem Jahr 1974 bis hin zu großflächigen, bunten Architektur-Bildern, die im vergangenen Jahr in seinem Atelier in Soho entstanden und bislang noch nie öffentlich präsentiert wurden. Zusätzliche Fotos, Videos und Interview-Mitschnitte bringen den Besuchern zudem Vita und Werk des Künstlers nahe.

Nach Themen und Techniken sortiert, zeigt die Retrospektive, die mit Unterstützung zahlreicher Sponsoren aus der Region realisiert werden konnte, Rizzis optimistische Sicht auf das pulsierende New Yorker Leben. In leuchtenden Farben malte er immer wieder Badeszenen am Strand von Coney Island, den Reisetrubel auf Flughäfen, überquellende Bahnsteige oder vollgestopfte Straßenzüge während der Rushhour. Oft tauchen auf seinen vor Leben sprühenden Bildern die für New York typischen knallgelben Taxis auf. Kein Wunder, denn als junger Mann verdiente Rizzi sein Geld noch als Straßenmaler und Taxifahrer.

Besonders seine 3-D-Konstruktionen von Sportveranstaltungen explodieren vor zeichnerischer, humorvoller Erzählfreude. Fußball und Pferderennen, Tennis oder Basketball, es gibt kaum eine Sportart, die der Football-Fan Rizzi nicht künstlerisch thematisiert hat. Viele seiner Lieblingsmotive - Sonne, Mond, Wolken und Sterne - ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch die Bilder. Oft flattern auch fröhliche Rizzi-„Birdies” über die bunten Alltagsszenen, in denen selbst Wolkenkratzer lachen.

Amüsiert vertieften sich die Eröffnungsgäste am Sonntag in die witzigen Studien und entdeckten ständig neue Kleinigkeiten auf den prallvollen, bunten Wimmelbildern. „Ich kenne Rizzis Werk seit über zehn Jahren, und selbst ich finde auf seinen Bildern immer wieder neue Details”, erzählte Bastian Langer von der Kunst-Agentur Popular Art.

Augenzwinkernd hat sich James Rizzi auch mit den großen Werken der Kunstgeschichte auseinandergesetzt. Bei dieser Serie interpretierte er die „alten Meister” mit einer Mischung aus Tradition und Innovation völlig neu. Egal ob van Goghs „Sternennacht”, da Vincis „Mona Lisa”, Dürers „Selbstprotrait” oder Botticellis „Geburt der Venus”: Rizzi zeigte keine Berührungsängste und transponierte die klassischen Motive in seine bunte Bild- und Formensprache. Fürsorglich notierte er jeweils auf dem unteren, rechten Bildrand das Entstehungsjahr vom Original und seiner Pop-Art-Parodie.

Witzig, ironisch und ansteckend fröhlich ist diese ganz bvesondere Ausstellung ein Garant für gute Laune. Geöffnet ist sie täglich 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr. Der Eintritt kostet sieben Euro, Kinder und Jugendliche kommen kostenlos in den Genuss von James Rizzis Bildern.
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