Langerwehe - Isabel Elsner ist mit 19 Jahren das jüngste Ratsmitglied im Südkreis

Isabel Elsner ist mit 19 Jahren das jüngste Ratsmitglied im Südkreis

Von: smb
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Isabel Elsner ist das jüngste Ratsmitglied im Südkreis.

Langerwehe. „Als junger Mensch in der Politik muss man schon ins kalte Wasser springen und schauen, dass man nicht erfroren wieder herauskommt“, sagt Isabel Elsner, das mit 19 Jahren jüngste Ratsmitglied im Südkreis. Seit der Kommunalwahl sitzt sie für die Grünen im Rat.

Sie ist in ihrer Familie politisch sozialisiert worden, engagierte sich bereits mit 14 in der „Grünen Jugend“. Mit diesem für Jugendliche und junge Erwachsene doch recht ungewöhnlichen politischen Interesse stößt sie manches Mal auf Verwunderung.

„Mir macht die Arbeit Spaß, gleichzeitig ist sie aber auch anstrengend“, sagt Isabel Elsner. Die Vorbereitung auf Sitzungswochen, Fraktionssitzungen, politische Gremien – das alles nimmt Zeit in Anspruch. Gerade in der ersten Zeit gelte es viel zu lernen. „Das ist nicht immer leicht mit der Arbeit oder der Uni zu vereinbaren“, weiß Elsner. Es pünktlich in die Sitzungen zu schaffen kann manchmal zur Herausforderung werden, „aber man muss sich der Pflicht des Ehrenamts bewusst sein“.

Die Aufwandsentschädigung bezeichnet sie als „schönen Nebeneffekt“. Zumal wegen des politischen Engagements für einen Nebenjob kaum Zeit bleibe. In einigen Wochen wird sie für das Lehramtsstudium einen Zweitwohnsitz in Bonn beziehen. Politisch aktiv will sie in Langerwehe aber bleiben. Das Engagement ist ihr wichtig.

Wenn Isabel Elsner eines nicht leiden kann, dann sind es Menschen, die meckern und dann nicht handeln. „Ich erkläre Gleichaltrigen immer, dass eine Demokratie, die ja alle haben wollen, nur funktionieren kann, wenn es Menschen gibt, die wählen gehen, und Menschen, die sich politisch engagieren. Anderenfalls ist Demokratie nicht möglich.“

Aber sie weiß, dass viele Menschen politisches Engagement uncool finden, sich lieber mit lustigen Youtube-Videos, Mode und anderen leichten Dingen befassen. „Das sieht man schon an den Facebook-Profilen“, sagt die junge Politikerin. Sie hofft, als junger Mensch im Rat die Hürden für andere zu reduzieren. „Mit dem Altersunterschied verringert sich auch die Distanz zueinander. Ein junger Mensch traut sich vielleicht nicht, direkt zum Bürgermeister zu gehen, würde aber zu einem gleichaltrigen Ratsmitglied kommen“, hofft Elsner. Sie findet, dass eigentlich jedes Alter in den Räten vertreten sein müsste, damit auch die Bedürfnisse und Interessen der Bürger aller Altersgruppen abgebildet werden.

Allerdings weiß Isabel Elsner auch, dass ein junger Mensch in der Politik auch schon mal belächelt wird. Jung, weiblich und dazu nicht allzu groß – „da braucht es schon ein bisschen Zeit, um an Sicherheit zu gewinnen“, sagt Elsner. Ein dickes Fell brauche man schon, wenn man politisch aktiv sein wolle. Isabel Elsner motiviert es, dass sie mit ihren Mitstreitern im Kleinen etwas bewegen kann, auch wenn viele Prozesse in der Politik langwierig sind. „Das muss ich hinnehmen. Wenn ich ein schnelles Ergebnis will, muss ich in ein Chemielabor gehen und ein Experiment machen“, fügt sie lachend hinzu.

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