„Internet-Oma“ macht in Golzheim Station

Von: Alina Miebach
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Renate Bergmann alias Anke Siefken begeisterte auf der Bühne in Golzheim. Foto: Miebach

Golzheim. Mit der Gießkanne und ihrem „Tomatenphone“ bewaffnet, betrat die 82-jährige vierfache Witwe Renate Bergmann am Samstagabend schnaubend die Bühne der Schützenhalle in Golzheim.

Sie hatte sich verspätet, weil sie ihrem Hobby nachgehen musste, nämlich die Gräber ihrer verstorbenen Männer pflegen und Blümchen gießen. Die Interessengemeinschaft „Golzheim aktiv“ plant, ergänzend zu den anderen Ortsvereinen, außergewöhnliche Events und hatte die Internet-Oma anreisen lassen.

Torsten Rohde hat die „Internet-Oma“ Renate Bergmann erfunden. Als er ein Familienfest voller Klischees erlebte, fing er an, seine Erlebnisse von diesem Fest im Namen der Rentnerin Renate Bergmann zu twittern, wodurch die alte Frau Kultstatus erlangte. „Heute sind auch Zuschauer hier, die nicht aus Golzheim stammen“, sagte Nicole Monz, Vorstandsmitglied der „IG Golzheim aktiv“.

Ein Ehepaar reiste sogar aus Düsseldorf an, um Renate Bergmanns Weisheiten zu lauschen: „Wir waren begeistert, dass Frau Bergmann auch nach NRW kommt, und ließen es uns nicht nehmen, heute dabei zu sein, “sagten die Zuschauer aus der Landeshauptstadt erfreut. Das Leben der Frau Bergmann ist wirklich aufregend. Ihre Tochter Kirsten bietet Turnkurse, Aquagymnastik und Heilfastenkurse an – allerdings für Katzen. Neben ihren festen Gießtagen auf den vier verschiedenen Friedhöfen verbringt sie sehr viel Zeit mit ihrer Freundin Gertrud. Schauspielerin Anke Siefken hat die Rolle von Renate Bergmann übernommen, sie lernte Torsten Rohde am Theater in Ulm kennen.

NRW-Premiere

„Heute sind wir zum ersten Mal in Nordrhein-Westfalen, aber ich bin davon überzeugt, dass der Humor hier ankommen wird“, sagte Rohde vor der Veranstaltung. Das bestätigte sich im Laufe des Abends immer wieder aufs Neue. Renate Bergmann, die bereits den Musikantenstadl überlebte, erzählte, dass es wichtig sei, abends die Zähne ins Glas zu tun, so dass man gar nicht in Versuchung geraten könne, nachts zu naschen. Nur so könne man Kleidergröße 38 halten. Ganz verwirrt war sie jedoch, als sie mit ihren Freunden im „Koyota“ unterwegs war, der angeblich ein Fünftürer sei. „Ich bin dreimal um das Auto gelaufen, aber habe immer nur vier Türen gezählt. Ich glaube die zählen das Tankdeckelchen mit.“

Ihr Bekannter Kurt braucht eigentlich eine Brille zum Auto fahren, die er ständig vergisst. „Eigentlich wollten wir die Dioptrien schon in die Windschutzscheibe hineinschleifen, aber der Optiker sagt, dass das nicht geht.“

Der Abend war ein voller Erfolg. Die Schützenhalle war voll besetzt und auch Zuschauer, Ortsvorsteher, Kinder, Erwachsene und Rentner waren vollkommen überzeugt von der Veranstaltung.

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