Düren - „Insel der Zukunftssuche“: Was Jugendlichen im Leben wichtig ist

„Insel der Zukunftssuche“: Was Jugendlichen im Leben wichtig ist

Von: Kim Statzner
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Laura Hommelsheim (18) auf dem Weg durch das Kerzen-Labyrinth. Sie beschäftigt sich gerade mit der Frage nach Kehrtwenden und Umwegen in ihrer Zukunft.

Düren. Pläne für die Zukunft machen. Wissen, wo es mal hingehen soll. Das ist oft gar nicht so einfach. Was ist wichtig für mich? Job, Familie, Freunde oder die innere Mitte? Zum vierten Mal konnten Jugendliche sich am Freitagabend auf der „Insel der Zukunftssuche“ im Gemeindesaal der Evangelischen Gemeinde zu Düren über diese und andere Fragen austauschen.

Die ökumenische Veranstaltung stand unter dem Motto „Glaubst du noch oder (wem) vertraust du schon?“, eine Anspielung auf das aktuelle Thema Fake-News. Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Betreuern und Jugendlichen der Pfarre St. Lukas, der Gemeindlichen Jugendarbeit der Evangelischen Gemeinde, der Schulseelsorge Düren und Kreuzau und des Jugendbeauftragtenbüros des Bistums Aachen in der Region Düren.

„Seit dem letzten Jahr arbeiten wir auch in der Vorbereitung der Aktion eng mit den Jugendlichen zusammen“, erklärt Michael Kruse, der die organisatorische Leitung innehat. „Unser Motto basiert auf dem Hintergrund aktueller Ereignisse und die Teilnehmer haben gerade zum Thema Vertrauen und Zukunft verschiedene Stationen aufgebaut.“

Im Kerzenschein, mit Nebelmaschine und Inselprojektionen entstand so eine gemütliche Atmosphäre. Über den Abend verteilt wurden Poetry Slam, ein selbst gedrehter Film und Livemusik gezeigt. Im Mittelpunkt standen aber die Mitmach-Aktivitäten, wie das traditionelle Labyrinth aus Kerzen, mit verschiedenen Stellen zum Innehalten.

Angekommen in der Mitte, markiert durch eine große Kerze, stellte sich den Jugendlichen die letzte Frage des Parcours: „Was soll in deiner Zukunft mal in der Mitte stehen?“ Die 18-jährige Laura Hommelsheim steht kurz vor dem Abitur. Für sie ist der Weg nach vorne klar. „Ich finde, es ist wichtig, einen Plan für die Zukunft zu haben“, sagt sie. „Man sollte einen Job finden, in dem man sich wohlfühlt. Das ist für mich die Grundlage, auf der man sein Leben aufbauen kann.“ Sie möchte im nächsten Jahr Illustration studieren und hofft auf ihren Traumstudienplatz in Hamburg.

Nach dem Labyrinth ging es an die verschiedenen Stationen des Vertrauensweges. Der Parcours wurde in Zweiergruppen durchlaufen, wobei ein Partner eine Augenbinde tragen musste.

Die anderen Sinne sollten getestet werden, während immer wieder auf dem Weg zum Nachdenken und Reflektieren angehalten wurde. Julia Richert kümmerte sich um den Hörsinn. Die Jugendlichen sollten hier Sprachen an Hörbeispielen erkennen. Eine Aufgabe, die, wie die Teilnehmer schnell feststellten, gar nicht mal so leicht war.

Auch ihre Zukunft stellt sich die 16-Jährige international vor: „Ich möchte später einmal Ärztin werden, auch wenn das ein langer Weg ist“, sagt sie. „Aber nach der Schule möchte ich erst einmal ins Ausland, am besten mit einer Freundin.“ Karriere sei aber bei weitem nicht ihre einzige Priorität, auch die Familie und Freunde sollten nicht zu kurz kommen.

Gerade mit der Sprachübung fertig, machten sich Wiktoria Brawata (16) und Kyra Sedgwick (14) auf den Weg, den Vertrauens-Parcours zusammen zu bestreiten. An der Station zum Tastsinn stellte sich die Frage: „Wann bist du kräftig und mutig?“ Dazu gab es passenderweise einen Hammer zum Ertasten.

Die beiden waren sich schnell einig: Kräftig und mutig ist man, wenn man etwas geschafft hat, das man sich vorgenommen hat. Für Wiktoria ist ganz klar, was sie sich für die Zukunft vornimmt. „Ich möchte Erzieherin werden, dann mit meinem Freund zusammenziehen, eine Familie gründen und glücklich werden“, lacht sie. Kyra ist da noch unentschlossener: „Erst mal möchte ich Abitur machen und die Welt sehen“, sagt sie. „Dann etwas studieren, aber das plane ich noch nicht so genau.“

Besonders viel Vertrauen war dann noch mal für den Geschmacks-Test notwendig, es gab nämlich nicht nur Bananen und Peperoni, sondern auch Zitrone und Knoblauch. Tom Spickhofen und Benjamin Henschenmacher hatten damit aber kein Problem. Die beiden 15-Jährigen kennen sich schon seit drei Jahren und nahmen den Parcours zusammen ohne Mühe. „Für mich ist die Familie sehr wichtig und deshalb würde ich gerne in der Nähe bleiben“, sagt Benjamin. „Auch meinen Freundeskreis würde ich gerne in Zukunft aufrechterhalten.“

Natürlich war die persönliche Zukunft aber nicht das einzige Thema auf der „Insel der Zukunftssuche“. Kruse berichtet, dass auch globale Themen in der Vorbereitung eine große Rolle spielten. Zum Beispiel werde der Klimaschutz den Jugendlichen immer wichtiger.

Ganz spontan wurde Laura Hommelsheim nach dem Kerzen-Labyrinth auch noch ihren Wunsch für die Zukunft der gesamten Welt los. „Die Menschheit sollte in der Zukunft ihre Menschlichkeit nicht verlieren“, sagt sie. „Man sollte auch an Dinge wie die Umwelt, Massentierhaltung oder die Dritte Welt denken und diese Probleme gemeinsam angehen.“

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