Düren - Innenstadtforum: Ein Masterplan zur Stadtentwicklung

Innenstadtforum: Ein Masterplan zur Stadtentwicklung

Von: Fred Schröder
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Dr. Stefan Kirschgens und Pia Röttger sammelten die Themen, die Priorität genießen sollen. Foto: Schröder

Düren. Bei einem Thema sind sich alle im Innenstadtforum agierenden Akteure einig: Ein Masterplan zur Stadtentwicklung Dürens soll her. Und: Dieser Prozess muss als Gemeinschaftsaufgabe gesehen werden. Will heißen: Weg vom Parteien- und Interessendenken, hin zu einem klaren Bekenntnis zur Identität der Stadt.

Dass auf diesem Weg noch viele dicke Bretter zu bohren sind, machte die Bilanz zum zehnjährigen Bestehen des Forums deutlich. Unterm Strich wurde einiges geschafft, einiges aber auch versäumt. Und daraus gilt es jetzt die Lehren zu ziehen. Dass man dazu auf einem guten Weg sei, machte Bürgermeister Paul Larue in der Sitzung des Gremiums vor rund 50 Teilnehmern deutlich: „Die Innenstadt-Akteure sind auf dem Weg vom Nebeneinander zum Miteinander“.

Man habe einige der Hauptpunkte des Innenstadt-Konzepts von 2003 umsetzen können, wie etwa die Stärkung der Veranstaltungsorte Markt und Kaiserplatz. Larue: „Da bewegen wir uns aber jetzt an der Grenze.“ Das Leopold-Hoesch-Museum „spielt in der Bundesliga“, meint der Bürgermeister und sieht noch auf mehreren Feldern Handlungsbedarf.

Für ganz wichtig hält Larue, „dass die Innenstadt Tag und Nacht bewohnbar ist“. Bei der Nutzung von Obergeschossen der Geschäfte als Wohnraum sei man nicht weitergekommen, ebenso bei den Themen Westseite Schützenstraße, Beruhigung der Schenkelstraße oder bessere Anbindung des Hauses der Stadt („Der Standort ist nicht ideal“).

Der Bürgermeister musste sich auf Versäumnisse aufzeigen lassen. Die Aufenthaltsqualität in der Stadt habe sich nicht verbessert (Verena Schloemer/Grüne) und auch in Sachen Stadthalle und Schloss Burgau, sagte Dr. Gisela Hagenau, habe man Chancen verpasst. Larue hielt dagegen: „Wir leiden darunter, dass wir unsere Stadt immer kleinreden.“

Auch andere Diskussionsteilnehmer richteten den Blick nach vorne. Jörg Hamel (Einzelhandel): „Wir müssen Aufbruch erzeugen und einen Masterplan aufstellen.“ Dieser Masterplan ist nach Meinung von Barthel Labenz „längst überflüssig“. Professor Wolfgang Meisenheimer forderte dazu auf, die Ideen der Bürger zu sammeln und zu nutzen.

„Zwischen Shopping-Nacht und Räumungsverkauf“ nannte Anne Coutelle eines ihrer Statements. Die Geschäftsführerin von drei Gastronomiebetrieben am Markt hat festgestellt, „dass sich die Stadt innerhalb eines Jahrzehnts verändert hat. Die Qualität hat gelitten und bei den Events ist ebenso wie im Handel Niveau gefragt“. Was fehlt, sei gehobene Gastronomie, das Bahnhofsumfeld biete sich für ein Studentenwohnheim an und auch eine Diskothek sei dringend erforderlich.

DSB-Chef Richard Müllejans forderte „eine Identität für die Stadt“ und war sich mit vielen Anwesenden einig. Der Flächennutzungsplan sei in die Jahre gekommen. Was jetzt folgen müsse, sei eine parteiübergreifende Diskussion. Moderator Dr. Stefan Kirschgens ließ abstimmen: Die Themen Stadthalle, Schützenstraße, Josef-Schregel-Straße und Verbesserung der Aufenthaltsqualität rangieren ganz oben bei den Aufgaben, die das Innenstadtforum im zweiten Jahrzehnt seines Bestehens anpacke soll und muss.

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