Inkassobüro irrt sich: Unangenehmer Namensvetter

Von: Christoph Lammertz
Letzte Aktualisierung:

Düren. Wo Menschen arbeiten, da werden auch Fehler gemacht. Niemand kann sich davon freisprechen. Auch nicht die Mitarbeiter des Dürener Bürgerbüros. Dort ist vor drei Jahren etwas schief gegangen, was für den Betroffenen noch heute Folgen hat - oder besser gesagt, für seine Eltern.

Sie sehen sich auch heute noch falschen Forderungen von Inkasso-Unternehmen ausgesetzt, weil im Bürgerbüro 2006 eine verkehrte Adressauskunft gegeben wurde.

Statt die Anschrift des Düreners herauszugeben, der offenbar mehrfach Rechnungen nicht beglichen hatte, nannte das Bürgerbüro die Adresse des gleichnamigen damals siebenjährigen Jungen.

„Es ist ein Fehler, der uns sehr leid tut. Aber so etwas kann natürlich passieren”, sagt Bürgerbüro-Chef Hans-Jörg Feltes. Als damals die ersten falschen Forderungen von Geschäften und Inkasso-Unternehmen an die Familie gestellt wurden, die inzwischen im Norden Deutschlands wohnt, habe man sofort Kontakt zu den Inkasso-Büros aufgenommen, um den Fehler aufzuklären.

Zudem sei im System ein Sperrvermerk hinter den Namen des Jungen gesetzt worden, damit die Verwechslung sich nicht wiederholt.

Dass sich die Familie des Jungen nun aber auch noch drei Jahre danach falschen Forderungen ausgesetzt fühlt, erklärt Feltes mit der Existenz einer ganz speziellen Branche: „Es gibt Unternehmen, die nichts anderes als Adressen verkaufen. Höchstwahrscheinlich haben die Inkasso-Unternehmen daher die Anschrift des Jungen.”

40.000 Anfragen

Über 40.000 Adressanfragen gehen pro Jahr im Dürener Bürgerbüro ein. Darunter auch immer wieder von Unternehmen, die auf der Suche nach Menschen sind, von denen sie geprellt wurden.

„Dass dabei einmal etwas schief gelaufen ist, bedauern wir, aber es kann halt passieren”, stellt sich Hans-Jörg Feltes vor seine Mitarbeiter.

Im Norden Deutschlands ist die Familie des Jungen dennoch sauer auf die Stadt Düren. „Wir leben in einem kleinen Dorf, wo die Nachbarn viel mitbekommen. Hier munkelt man schon: Die bezahlen ihre Rechnungen nicht”, klagt der Vater.

Und er befürchtet: „Ein Ende der Geschichte ist wohl noch lange nicht in Sicht.”
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