Initiative möchte Fremde zu Bürgern machen

Von: Fred Schröder
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Mit dem Eingangsplakat am Rathaus beispielhaft will der Runde Tisch“ für eine Willkommenskultur arbeiten. Foto: fjs

Düren. „Fremde zu Bürgern machen“: Diese Überschrift einer großen deutschen Wochenzeitung im Juni 1993 ist Programm geworden. Und wird es wieder; aktueller denn je. Der „Runde Tisch für Toleranz und Menschlichkeit“, der sich damals angesichts der Kriegsgeschehen auf dem Balkan bundesweit und auch in Düren gründete, hat seine Bedeutung nicht verloren.

„Deshalb bin ich dankbar für die erneute Initiative“, begrüßte Bürgermeister Paul Larue als Schirmherr die Mitglieder Sprechergruppe. Angelika Krämer, Dr. Gisela Hagenau und Yousef Momen wollen an der Rur den „Runden Tisch“ neu beleben. „Wie damals müssen wir in den Köpfen etwas verändern“, fasst Dr. Gisela Hagenau die großen Aufgabenfelder zusammen, vor denen sich die Mitglieder des „Runden Tisches“ sehen.

In der Tat: Wie sich doch die Ausgangspositionen gleichen. Wie 1993 gibt es derzeit rund 600 Flüchtlinge in der Stadt Düren. Und die brauchen nicht nur Unterkünfte und materielle Versorgung. Ganz oben auf ihrer Agenda sieht die Sprechergruppe den Auftrag „Wir müssen miteinander reden“. In diesen Gesprächen müsse „die Situation der Flüchtlinge menschlich erfahrbar gemacht werden“. Dazu sollen Treffen auf allen Ebenen dienen.

Vom Besuch von Flüchtlingskindern auf der Annakirmes bis zu Lesungen von Stipendiaten des Heinrich-Böll-Hauses reichen die Anregungen. „Ideen sind gefragt“, sagte Angelika Krämer. Sie wünscht sich die Einbeziehung von Schulen und Vereinen, gibt auch privatem Engagement einen breiten Raum. Deutlich macht Angelika Krämer aber auch, dass der „Runde Tisch“ Konflikte lösen und erst gar nicht aufkommen lassen will. „Auch hier möchten wir Ansprechpartner sein.“

Von den zahlreichen Migrantenvereinen, die es in der Kreisstadt mit Bürgern aus mehr als 120 Nationen gibt, wünscht sich Yousef Momen ebenso Aktivitäten und Hilfe bei der Integration, wie sie teilweise schon von Sportvereinen praktiziert wird. Ein breites Betätigungsfeld bietet sich bei Bildungsprojekten für die Kinder der Flüchtlinge und Asylbewerber.

Abseits aller materieller Hilfe zeigt sich immer stärker ein Problem: Die Traumatisierung von Kindern und insbesondere ihrer Mütter. „Hier müssen wir unbedingt den Hebel ansetzen, damit die Mütter den Kindern wieder Mutter sein können“, sagte Angelika Krämer. Fachkundige Hilfe ist dringend erforderlich. Eine pensionierte Psychotherapeutin aus Köln, die sich in der Behandlung traumatisierter Eltern spezialisiert hat, möchte im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen. Dadurch fallen Kosten an. Hier bittet der „Runde Tisch“ um Spenden. Bis zur Einrichtung eines Spendenkontos gibt Pfarrerin Susanne Rössler unter der E-Mail susanne.roessler@evangelische-gemeinde-dueren.de Auskunft.

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