Infoveranstaltung: 186 Asylbewerber leben in Nörvenich

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
11285996.jpg
Über 300 Bürger waren zur Informationsveranstaltung in die Neffeltalhalle nach Nörvenich gekommen. Bürgermeister Dr. Timo Czech unterrichtete sie über die Flüchtlingssituation in der Gemeinde.

Nörvenich. Das Thema bewegt die Menschen in der Neffeltalgemeinde. Über 300 Bürger waren am Mittwochabend zur einer Informationsveranstaltung über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Gemeinde Nörvenich gekommen. Und – so viel sei vorab gesagt – die Menschen artikulierten zwar durchaus ihre Ängste und Befürchtungen, die Versammlung verlief aber insgesamt sehr sachlich und ruhig.

Es war mehr als spürbar, dass viele Nörvenicher den Flüchtlingen in der Gemeinde helfen möchten. 186 Asylbewerber leben derzeit in Nörvenich. Das, so Bürgermeister Dr. Timo Czech, seien ungefähr sechs mal so viele, wie in den vergangenen Jahren in der Gemeinde untergebracht gewesen seien. 53 Asylbewerber leben im Gewerbepark, 41 in einem Haus an der Jakob-Breidkopff-Straße, 28 an der Hardtstraße, 14 an der Heribertstraße in Eschweiler über Feld, 5 an der Alten Schule Binsfeld, 22 an der ehemaligen Hauptschule und 23 an privaten Wohnungen. Demnächst soll auch das Antoniushaus in Oberbolheim Platz für 20 Flüchtlinge bieten, die Alte Schule Binsfeld soll ebenfalls um weiter 20 Plätze aufgestockt werden.

Die Herkunft

Die meisten Flüchtlinge kommen aus dem Irak und Syrien. Immerhin ein Drittel, so Czech, käme aber aus sicheren Herkunftsländern wie zum Beispiel Albanien und Mazedonien. „Mancher Flüchtling“, so der Bürgermeister, „kann für unser Land und auch für unsere Gemeinde durchaus eine echte Chance sein. Die Asylverfahren müssen aber viel schneller abgewickelt werden.

Menschen, die kein Bleiberecht bekommen, müssen auch zurückgeführt werden.“ In absehbarer Zeit, betonte der Bürgermeister, würden in seiner Gemeinde keine Vereinsheime für die Flüchtlingsunterbringung genutzt. „Da ich aber nicht weiß, wie die Zahlen sich entwickeln werden, kann ich Ihnen nicht versprechen, dass wir nie auf Vereinsheime zurückgreifen müssen.“

Es gäbe keinen ersichtlichen Anhaltspunkt, sagte Timo Czech, dass es aufgrund der Flüchtlingsunterbringung zu einem Anstieg der Kriminalitätsrate in Nörvenich gekommen sei. Czech: „Es hat wenige Fälle von Körperverletzung gegeben, allerdings nur bei den Asylbewerber untereinander.“

Darüber hinaus habe es lediglich zwei Fälle von geringem Ladendiebstahl gegeben, an denen Asylbewerber beteiligt gewesen seien.

Auf die Frage eines Bürgers, ob die Gemeinde sich rechtlich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen wehren könne, antwortete Czech mit einem klaren und deutlichen Nein. „Und ich frage mich, ob wir das überhaupt wollen oder ob es nicht unsere Pflicht ist, diesen Menschen zu helfen.“ Bisher jedenfalls gäbe es durch die Flüchtlinge noch keine Einschnitte im Leben der Bürger. „Wann ist denn für Sie die Obergrenze erreicht“, wollte ein anderer Mann wissen, und auch hier blieb Czech keine Antwort schuldig. „Bei 260, 270 Flüchtlingen müssten wir anfangen, Menschen in Turnhallen oder Vereinsheimen unterzubringen. Dann wäre eine Überlastungsgrenze erreicht.“

„Nörvenich hilft“

Im Rahmen der Informationsveranstaltung hatten auch die Mitglieder des Vereins „Nörvenich hilft“ Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen. Der Verein bietet unter anderem Deutschkurse für Flüchtlinge an, aber auch Freizeitaktivitäten wie gemeinsames Backen und Kochen.

Außerdem versuchen die Ehrenamtler, den Flüchtlingen Berufspraktika zu vermitteln und stellen Kontakte zwischen Ortsvereinen und Asylbewerbern her. Viele Nörvenicher haben ganz spontan am Mittwochabend ihre Hilfe und Unterstützung für den gemeinnützigen Verein zugesagt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert