Industriekonzert: Faust-Quartett im Haus der Stadt

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Präsentieren Werke von Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy: Die Musiker des Faust-Quartetts. Foto: DZ

Düren. Auf das fünfte und letzte Industriekonzert der Spielsaison 2008/2009 können sich Musikfreunde am Mittwoch, 22. April, freuen. Ab 20 Uhr spielt dann das Faust-Quartett im Haus der Stadt, Stefan-Schwer-Straße 4.

Auch im letzten Konzert der Saison 2008/09 werden Kompositionen der beiden bekanntesten Jubilare des Jahres 2008 musiziert: Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy. Dafür sorgen Wojcech Garbowski (Violine), Cordula Frick (Violine), Ada Meinich (Viola) und Birgit Böhme (Violoncello).

Josef Haydns 1769/70 entstandenes Streichquartett Es-Dur op. 9 Nr. 2 wurde noch im Jahre seiner Entstehung zusammen mit fünf weiteren Streichquartetten unter dem Titel „Sechs Divertimenti op. 9” veröffentlicht. Die Streichquartette op. 9 gelten als Geburtsstunde einer der zentralen musikalischen Gattungen der Musikgeschichte.

Johann Wolfgang von Goethe charakterisierte das Streichquartett im Jahre 1829 mit den Worten: „Man hört vier vernünftige Leute sich unterhalten, glaubt ihren Diskursen etwas abzugewinnen und die Eigentümlichkeit der Instrumente zu erkennen.”

Auch im Streichquartett e-Moll op. 44/2, das Felix Mendelssohn Bartholdy 1837/38 komponierte, ist Goethes Geist von Vernunft und seriösem Gespräch zu spüren. Das Haydnsche Kompositionsprinzip war Mendelssohn gleichermaßen Vorbild und Verpflichtung. Eleganz aber auch Schwermut, Virtuosität sowie verhaltene Entrückung wechseln sich in Mendelssohns Streichquartetten in wundersamer Ausgewogenheit ab. Mit Franz Schubert wird das Streichquartett endgültig tönendes Bekenntnis intimster Seelenzustände.

Das Streichquartett G-Dur D (Deutsch-Verzeichnis) 887, im Jahre 1826 als letztes Schubertsches Streichquartett erschienen, ist ein erschütterndes Tondokument: Die tiefe Verzweiflung und die Zerrissenheit seines Innersten veranlassten Franz Schubert im ersten und letzten Satz ständig zwischen Dur und Moll zu wechseln, sodass das Quartett viel trefflicher mit „Streichquartett G-Dur/g-Moll D 887” beschrieben wäre, was neben dem programmatischen Moment auch die konsequente historische Weiterentwicklung der Streichquartett-Gattung andeuten würde. Dem Vorbild Beethoven folgend, beschränkt sich Schubert nicht mehr auf einen vergleichsweise eng gefassten harmonischen Rahmen, sondern öffnet durch den ständigen Wechsel des Tongeschlechts neue harmonische Dimensionen.

Im September 2004 machte das Faust-Quartett Schlagzeilen: Beim größten internationalen Musikwettbewerb - dem nur alle vier Jahre innerhalb einer Kategorie ausgetragenen Musikwettbewerb der ARD München - wurde es mit dem zweiten Preis ausgezeichnet und war damit das einzige prämierte Ensemble Deutschlands. Viele Auszeichnungen

Aber schon vor diesem Erfolg beim Wettbewerb der ARD wurde das Ensemble mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet: Das Faust-Quartett gewann 2003 den Mozart-Preis beim Concours International de Bordeaux, 2002 den 1. Preis beim Internationalen Max-Reger-Wettbewerb und den 1. Preis beim 17. Internationalen Charles Hennen Concours in Heerlen (Niederlande), verbunden mit dem Sonderpreis der Kunststiftung der Stadt Witten und dem Bärenreiter-Urtext-Preis. Nach seiner Gründung 1996 an der Hochschule für Musik „Franz Liszt” in Weimar studierte das Faust-Quartett zunächst bei Ulrich Beetz (Abegg-Trio) und Norbert Brainin (Amadeus-Quartett). 1999 setzte es sein Studium bei Eberhard Feltz an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler” in Berlin fort. Regelmäßige Meisterkurse, unter anderem beim Alban-Berg-Quartett, vertieften das musikalische Verständnis und gaben wertvolle zusätzliche künstlerische Anregungen.

Das Industriekonzert findet einmal mehr in Zusammenarbeit mit WDR 3 statt. Es sind noch Einzelkarten an der Abendkasse zum Preis von 12 Euro (6 Euro für Schüler und Studenten) erhältlich.
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