Indischer Literaturpreis für Pfarrer Josten-Kochuparackal

Von: Christoph Hahn
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Stolz auf den Preis und das Bu
Stolz auf den Preis und das Buch, das ihm diese Ehre eintrug: Pfarrer und Autor Dr. Jakob Josten-Kochuparackal .

Birgel. Kaum einer geht ohne Gruß vorbei, während Jakob Josten-Kochuparackal (70) auf der Bank im Wartehäuschen unterhalb der Kirche sitzt. Der Priester, der aus Südindien stammt, ist in Birgel bekannt und beliebt - kein Kunststück, denn der Theologe ist schon seit 30 Jahren Seelsorger des heute zu Düren zählenden Dorfes.

Doch in ihm steckt mehr als es den Anschein hat: Josten ist auch Schriftsteller und lässt sich dabei auch von der Krankheit seiner Augen nicht bremsen - so wenig, dass er jetzt für eines seiner Werke einen Literaturpreis erhalten hat.

Josten-Kochuparackal, der als Erwachsener von einer Geschäftsfrau aus Viersen adoptiert wurde und daher neben seinem indischen einen deutschen Namen trägt, hat bei einem Festakt in Indien den von einer irischen Stiftung vergebenen „Father J.K. Bill International Award” erhalten. „Allein der Preis an sich wiegt drei Kilogramm”, freut sich der Pfarrer mit hörbarem Stolz in der Stimme und fügt hinzu: „Das Preisgeld beträgt 55 000 Rupien, rund 10 000 Euro.” Den Betrag hat der Birgeler aus dem fernen Land freilich nicht für sich behalten. Er hat den Betrag als Kapital in die „Dr.-Josten-Kochuparackal-Stiftung” eingebracht, die Bücher heraus geben, karitative Aufgaben wahrnehmen und Exerzitien veranstalten soll.

Erhalten hat der Doktor der Theologie den Preis nicht für eine wissenschaftliche Schrift, sondern für ein Buch, das zwar schon übersetzt wurde, aber trotzdem in Ermangelung eines Verlags bisher noch nicht auf Deutsch erschienen ist und den englischen Titel „The Mysterious Gate Opens” trägt. Das Buch, dessen Entstehen sein Autor auf göttliche Eingebung zurückführt, bietet in einer Art von Flug durch die Zeiten dem Leser die Möglichkeit, bei zentralen Ereignissen des Alten und Neuen Testamentes dabei zu sein.

Der Verfasser, der die zu Grunde liegenden geschichtlichen Abläufe gut recherchiert hat, bedient sich dabei eines Kunstgriffes. Der Roman ist dialogisch aufgebaut. Will sagen: Das Zwiegespräch zwischen dem Schriftsteller und seiner fiktiven Tochter treibt die Handlung Schritt für Schritt voran. Zu den Stationen zählen neben der Kreuzigung Christi unter anderem die Reise des Propheten Jona im Inneren eines Wals und ein Besuch bei der Königin von Saba.

„The Mysterious Gate Opens” ist im Übrigen nicht das erste und auch nicht das einzige Buch des vielseitigen Priesters, der seine literarischen Ambitionen wie folgt begründet: „Mein einziges Ziel ist es, dass Jesus noch mehr bekannt und geliebt wird.”

Mit dem auch ins Englische und einige indische Sprachen übersetzten Band „Morgenstern” würdigt der Adoptivsohn Leben und Erbe seiner Mutter Maria Josten, einer Mitbegründerin der Handelskette Rewe. Es ist nicht nur ein mitunter rührend zu lesendes Denkmal in Worten - es dokumentiert zugleich die Verbundenheit zwischen Menschen, die in Deutschland leben und denen doch das Los ihrer Mitmenschen in Indien nahe am Herzen liegt. Denn dank mehrerer mildtätiger, von ihnen gegründeter Institutionen sind Mutter und Sohn Josten im Süden des Subkontinents mindestens ebenso bekannt wie rund um das Pfarrhaus in Birgel. 70. Geburtstag und 30-jähriges Wirken

Schon jetzt freut sich Dr. Jakob Josten-Kochuparackal auf seinen, wie er es nennt, „großen Kombi-Geburtstag”.Mit einer Messe in der Birgeler Pfarrkirche am Sonntag, 9. Dezember, 15 Uhr, feiert er sein 70. Wiegenfest und sein 30-jähriges Wirken als Seelsorger des Dorfes. Nach der Messe findet ein Umtrunk statt.
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