Indener Jupiter ist eine seltene römische Säule

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Inden/Köln. Ein römisches Weihemonument mit Seltenheitswert für die rheinische Region haben das Landesmuseum Bonn des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland im Juni 2011 als Fund des Monats präsentiert.

Die mit einem reitenden Jupiter bekrönte 2,80 Meter hohe Säule aus Sandstein stammt aus einem römischen Landgut (villa rustica) in Inden/Altdorf. Sie wurde Anfang 2010 von den Archäologen des LVR im Vorfeld des Braunkohlentagebaus Inden entdeckt.

Die in einem Schacht gefundene Jupitersäule ist eines der wenigen nahezu vollständig erhaltenen Exemplare; lediglich der Sockel fehlt. Ihr Säulenschaft ist mit Blättern geschmückt, die an Schuppen erinnern, und mit dem Relief einer stehenden Göttin. Verschleierung, Zepter in ihrer Linken, Fackel in ihrer Rechten und ein Pfau kennzeichnen sie als Juno, die Göttin der Ehe und Geburt.

Kulturgeschichtlich herausragend ist der Fund vor allem, weil Himmelsgott Jupiter - das Gesicht ist leider zerstört - zu Ross gezeigt wird. In der gesamten römischen Provinz Niedergermanien, zu der neben dem nördlichen Rheinland auch Teile der Niederlande gehören, gab es bislang nur zehn Darstellungen dieser Art, üblich waren hier Säulen mit einem thronenden Göttervater.

Auf dem Weihemonument aus Inden/Altdorf triumphiert der Himmelsgott auf dem Pferd über einem rücklings am Boden liegenden, schlangenbeinigen Gegner. In der Antike verband man mit solchen Wesen Giganten. Diese hatten sich gegen Jupiter und die anderen olympischen Götter aufgelehnt und waren besiegt worden. Vielleicht flossen auch gallische Vorstellungen vom Himmelsgott in diese Darstellungsform ein. Über die Beifunde lässt sich die Errichtung Säule auf das erste Viertel des 2. Jahrhunderts datieren. Schon wenige Generationen später stürzte sie jedoch um oder wurde gestürzt und in einen Schacht geworfen, schreibt der Landschaftsverband.

„Von den Göttern zu Gott”

Wegen ihrer besonderen Bedeutung wird die Säule der Öffentlichkeit als Fund des Monats Juni präsentiert. Darüber hinaus hat sich das LVR-Landesmuseum Bonn entschlossen, ihr einen prominenten Platz in der Dauerausstellung zuzuweisen: Sie empfängt künftig die Besucherinnen und Besucher auf der ersten Etage des Museums und eröffnet das Thema „Von den Göttern zu Gott”.

Seit dem 1. Juni ist die Jupitersäule aus Inden/Altdorf in der ersten Etage des LVR-Landesmuseums Bonn zu sehen. Weitere Infos im Internet:

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Mittwoch 10 bis 21 Uhr.

Die Adresse des LVR-LandesMuseums Bonn: Colmantstr. 14-16, 53115 Bonn.

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