In Vettweiß wächst der Ärger über die Deutsche Post

Von: bugi
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Die Postfiliale in der Nähe des früheren Standortes an der Gereonstraße 71 hat eröffnet. Foto: Armin Weigel/dpa

Vettweiß. Es ist zwei Wochen her, da flatterte ein Brief der Deutschen Post ins Rathaus der Gemeinde Vettweiß. Der Inhalt: Die Post freue sich, der Verwaltung mitteilen zu können, dass am 30. August endlich eine neue Postfiliale in Vettweiß öffnen würde. Seit dem 27. März steht die alte Filiale leer.

Vor fünf Tagen dann das nächste Schreiben der Post: Pech gehabt, das mit der Eöffnung der Filiale klappe nun leider doch nicht. Immerhin: Dank der Briefträger kommen Briefe in Vettweiß wenigstens noch an, viel mehr funktioniert aber seit nunmehr fünf Monaten nicht. Albert Müller von der Gemeindeverwaltung: „Man kann nirgendwo eine Briefmarke kaufen, es gibt keine Packstation und seine Geldgeschäfte kann man als Kunde der Postbank auch nicht erledigen.

Pakete, die nicht zugestellt werden konnten, muss man in Nörvenich abholen.“ Die Verärgerung bei den Bürgern sei groß, ergänzt Müller: „Die rufen genervt bei uns an, wann wir uns denn endlich darum kümmern würden. Wir haben als Verwaltung aber auch kein Druckmittel, um die Post dazu zu bewegen, endlich zu handeln.“ Zumal die Gemeinde schon in der Vergangenheit bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten behilflich war.

Müller: „Wir haben eine Liste aller leerstehenden Gewerberäume an die Post geschickt. Warum entsprechende Verträge dann trotzdem nicht zustande kommen, erfahren wir nicht“, beklagt Müller eine mangelhafte Kommunikation der Deutschen Post: „Wir werden stets nur auf Anfrage unterrichtet, werden immer wieder vertröstet und die Ansprechpartner wechseln ständig.“ Hinzu kommt noch ein weiteres Problem: Bei all den Planungen der Post wird eher die Minimalversorgung sichergestellt. So hätte die Filiale, die zum 30. August den Betrieb aufnehmen sollte, nur drei Stunden am Tag geöffnet gehabt.

Kein gültiger Mietvertrag

„Natürlich wollen wir, dass die Kunden kurze Wege haben. Diese Situation ist unbefriedigend“, gesteht auch Dieter Pietruck von der Pressestelle der Deutschen Post ein. Besserung kann er allerdings nicht versprechen: „Bisher war kein Einzelhändler in Vettweiß bereit, mit uns eine Partnerschaft einzugehen. Deshalb wollten wir für den Übergang eine Interimslösung finden, in der wir selber das Personal stellen.“

Dass es zu dieser Lösung nun auch nicht kommt, liegt daran, dass es für die Immobilie noch keinen gültigen Mietvertrag gibt: „Ich kann derzeit auch nicht sagen, ob wir uns hier noch mit dem Vermieter einigen werden.“ Und dann? Pietruck klingt ratlos, spricht von Briefträgern, die auch Briefmarken verkaufen sollen, oder dass man Briefe auch online freimachen könne und dass heute nicht mehr jede Filiale auch Bankgeschäfte anbieten würde. In Vettweiß hat sie das allerdings – bis vor fünf Monaten.

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