In Norddüren pulsiert samstags schon früh das Leben

Von: Bruno Elberfeld
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Organisator Jo Stein (2.v.l.)
Organisator Jo Stein (2.v.l.) traf die Gruppe „Wege in Düren” mit Harald Beger, Birgit Fischer und Bernd Klass an einer Bushaltestelle vor dem Rathaus. Foto: bel

Düren. Organisator Jo Stein und die Aktiven, die bis zum Schluss des Projekts „4 x 24 Stunden Düren” durchgehalten hatten, waren mit den Ergebnissen zufrieden. Am Freitag waren sie um 17 Uhr in die letzten 24 Stunden gestartet, am Samstag trafen sie sich zur gleichen Zeit in der Volkshochschule an der Violengasse, um sich über ihre Erlebnisse auszutauschen.

Im Frühjahr 2011 waren weit über 20 Fotografen, Künstler und Autoren in kleinen Gruppen zum ersten Mal in der Kreisstadt 24 Stunden lang unterwegs, um Orte zu erkunden, an denen Menschen leben, arbeiten und ihren Hobbys nachgehen. Im Sommer und Herbst folgten jeweils weitere 24 Stunden, auch wenn die Teilnehmerliste mit und mit schrumpfte. Bei der letzten Aktion waren noch 15 Aktive übrig. Müde, aber durchaus mit einem Glänzen in den Augen, berichteten sie, was sie in den 24 Stunden im winterlichen Düren erlebt hatten.

Die Gruppe „Wege in Düren” mit Fotografin Birgit Fischer, Maler Harald Beger und Texter Bernd Klass war - mit Unterbrechungen - 24 Stunden mit Bussen und Bahnen im Stadtgebiet von Düren in alle vier Himmelsrichtungen unterwegs. Die Fahrer, so erzählten sie, erwiesen sich alle als „unheimlich freundlich”. Die Fahrgäste, junge und alte, Männer und Frauen, seien mit der Rurtalbahn und der Kreisbahn zufrieden. „Ich habe den Eindruck gewonnen”, berichtete Klass, „dass zwischen Fahrern und Fahrgästen ein fast familiäres Verhältnis besteht”.

Lydia Reinartz, Claudia Lawniczak, Marion Petras, Sibylle Stollwerk und Angelika Arpe widmeten sich während ihrer 24 Stunden der Presse. Sie nahmen die Tageszeitungen sowie zwei türkische Zeitungen unter die Lupe, die in Düren erhältlich sind. Fazit: Sie fanden die Dürener Zeitung informativ und übersichtlich gegliedert.

Bruno Jansen und Angelika Keller waren in Sachen Kunst unterwegs. In der Notunterkunft an der Dechant-Bohnekamp-Straße und im Café Lichtblick animierten sie Obdachlose, mit ihnen zu malen und zu modellieren. „Zunächst waren die Leute zurückhaltend”, beschrieb Jansen die Anfangsschwierigkeiten, „dann aber konnten viele Obdachlose nicht genug davon bekommen”.

Jo Stein koordinierte - wie immer - die einzelnen Gruppen. Er selbst besuchte Norddüren, einen Stadtteil, den er noch gar nicht kannte. Erst vor ein paar Jahren ist Stein mit seiner Frau in den Kreis gezogen. „Norddüren möchte ich mit Berlin Kreuzberg vergleichen”, sagte er, „im positivsten Sinne wohl, denn die Straßen und Geschäfte waren am Samstagmorgen schon voller Leben, die Menschen sehr freundlich”.

Wie sieht das Ergebnis nach viermal „4 x 24 Stunden Düren” aus? Die meisten Teilnehmer gaben an, viel gelernt und erfahren zu haben. Stress und Anregung habe sich die Waage gehalten. Ob sie es noch einmal machen würden? Sehr wahrscheinlich, mit einigen Korrekturen an der Struktur.

Und die Menschen in Düren? Wie waren die? „Als ich mit meiner Frau hierhin zog”, erinnerte sich Stein, „sagte man mir, der Dürener habe mit Kunst und Kultur wenig am Hut. Ich habe jetzt die Erfahrung gemacht, dass er unserem Projekt aber offen gegenüber steht.” Die Ergebnisse des Projekts werden in einem Buch zusammengefasst, das mit Skulpturen, Gemälden, Zeichnungen in einigen Monaten in einer Ausstellung zu bewundern sein soll.
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