Nideggen - In frostigen Zeiten ein wahrer Knochenjob

In frostigen Zeiten ein wahrer Knochenjob

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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Landwirt Peter Offermann arbeitet im Winter teilweise mit Schlauch und Eimern, um das Vieh zu tränken. Foto: Elberfeld

Nideggen. Vor Jahren schon hat Hans Offermann den landwirtschaftlichen Betrieb an der Abendener Straße in Nideggen an seinen ältesten Sohn Peter übergeben. Im Rückblick erinnert der Senior sich gerne an die „guten alten Zeiten”.

Jedoch gab es auch damals Arbeiten, die er lieber vergessen würde. „Im Winter habe ich oft vor der Miete mit Futterrüben gestanden”, gesteht er, „und habe so manche Träne verdrücken müssen, weil ich den tief gefrorenen Boden mit der Spitzhacke lockern musste, um an das Futter für die Kühe zu kommen.”

Sohn Peter kann ihm das gerade in diesen Tagen nachfühlen, weil er diese Arbeit auch heute noch in Zeiten von Väterchen Frost erledigen muss. Es gebe eben Tätigkeiten im Leben eines Bauern, die nach wie vor schlimm sind, sagt er.

Um an die gefrorene Maismiete zu kommen, muss die Erde, 20 Zentimeter dick, auch heute noch mit der Spitzhacke gelockert werden. Danach allerdings erleichtert ein Blockschneider am Traktor die restliche Arbeit. Auch die Grassilage auf der nahe gelegenen Weide, in Rundballen luftdicht verpackt, muss täglich eingebracht werden.

Denn die etwa 40 Kühe, Rinder und Kälbchen brauchen auch im Winter nahrhaftes Futter. Ebenso müssen die 300 Hühner versorgt werden, die zur Sommerzeit draußen auf den Wiesen ihr Futter finden. Mastschweine beherbergt der Hof nur zwischen Frühjahr und Herbst.

Im recht warmen Stall läuft das Wasser noch. Aber in der Scheune daneben, wo der schwergewichtige Bulle Laurentius friedlich neben einigen Kühen wiederkäut, müssen schon nach der ersten Frostwarnung die Wasserleitungen abgestellt werden.

An diesem Morgen demonstriert der Jungbauer, welche Arbeiten in der frostigen Jahreszeit jeden Morgen in den Ställen, Schuppen und Scheunen verrichtet werden müssen. Er rollt einen Wasserschlauch aus, lässt Wasser in einen Trog laufen, während er nebenan Laurentius und die Kühe aus dem Eimer saufen lässt.

„Nimmt man die Frostwarnung nicht ernst”, erklärt er, „dann platzen die Leitungen, wie vor drei Wochen tatsächlich passiert.” „Eigene Dummheit”, kommentiert er das Versäumnis.

Auch die Leitungen in der Milchküche sind immer wieder gefährdet, weil das Kondenswasser schnell friert und damit die Ventile verstopft. Und alles, was das liebe Vieh frisst, lässt es ja auch wieder auf die eine oder andere Art raus. Im Sommer ist das kein Problem, wenn die Tiere draußen sind. Im Winter müssen aber Ställe und Scheune verstärkt gemistet werden, ein wahrer Knochenjob.

„Apropos”, fällt Hans Offermann, dem Seniorlandwirt, ein, „bis vor zwei oder drei Jahrzehnten sind wir hier noch oft eingeschneit und mussten den Schnee mit dem Vorderlader wegtransportieren.”

Heute gehen ihm die dauernden Unwetterwarnungen offenbar auf die Nerven: „Schnee hat es früher viel mehr und länger gegeben”, sagt er und fragt: „Was soll das ganze Getue heutzutage?”
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