In Erinnerung an die Mutter: Nähmaschinen in Honduras finanziert

Von: Sarah Maria Berners
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Merken/Miami. Als Christine Jakobs 2008 starb, beschlossen Hermann Josef Jakobs und seine Tochter Katharina Braun, auf Blumenspenden zu verzichten und stattdessen um Geld für einen guten Zweck zu bitten. 2500 Euro kamen damals zusammen. Sie sollten in ein Projekt investiert werden, dass der Verstorbenen gut gefallen hätte.

In Honduras hat Katharina Braun ein solches Projekt gefunden. Und in der Zwischenzeit hat sie weitere Spenden gesammelt und nun nach eigenen Angaben mit 5000 Dollar, Stoff und Garn beim Aufbau eines „Nähzentrums“ geholfen. „Meine Mutter hat sehr gerne genäht und ich bin um eine Nähmaschine in der Küche herum aufgewachsen.

Deshalb dachte ich, dieses Projekt hätte meiner Mutter sehr gut gefallen“, sagt Katharina Braun, die seit vielen Jahren in Florida, in der Stadt Boca Raton in der Nähe von Miami, lebt. Die Erinnerung an ihre Mutter Christine wird in dem Nähzentrum in Honduras auf einer kleinen schwarzen Tafel festgehalten. In goldener Schrift ist dort zu lesen: „Diese Nähmaschinen wurden in liebevoller Erinnerung an Christine Jakobs gespendet.“

„Honduras ist das ärmste Land in Mittelamerika“, begründet die gebürtige Merkenerin Katharina Braun ihr Engagement in diesem Land. „Das Nähzentrum gibt jungen Frauen, die keine Schulausbildung haben, die Gelegenheit, einen Beruf zu erlernen“, erklärt die 54-Jährige. „Das bedeutet für die Mädchen und Frauen, dass sie unabhängiger sind.“

Viele Frauen in Honduras würden früh viele Kinder bekommen, könnten die Kosten für die Schulbildung dann aber nicht stemmen. „So ein Nähzentrum kann hier vieles bewirken und ein kleines Einkommen kann einen großen Unterschied ausmachen“, betont Katharina Braun.

Stoffe sammeln

Die Gruppe der nähenden Frauen hatte in Honduras bereits bestanden. Sie wurde von der Organisation „Food for the Poor“ aufgebaut. Im Zuge eine Erweiterung wurden mehr Nähmaschinen gebraucht. Also beschloss Katharina Braun, die auch eine eigene Organisation gegründet hat, das Projekt zu unterstützen. „Food for the Poor“ habe in Honduras auch ein Schulprojekt, ein Krankenhaus und weitere Lehrzentren aufgebaut. Als das Nährzentrum eingeweiht wurde, hat Katharina Braun sich auch diese Projekte angeschaut.

Im Jahr 2000 haben Katharina Braun und ihr Mann Deutschland den Rücken gekehrt. Zuvor hatten sie bereits viele Jahre in München gelebt. Dann verschlug es die beiden aus beruflichen Gründen in die thailändische Hauptstadt Bangkok, 2002 zogen sie in die USA. Die ehemalige Bankkauffrau ist heute nicht mehr berufstätig. „Ich arbeite aber als Ehrenamtlerin bei verschiedenen Organisationen vor Ort“, erzählt Katharina Braun. So koche sie in einer Organisation von gespendeten Lebensmitteln ein warmes Mittagessen für bedürftige Menschen aus Boca Raton.

Auch das Nähzentrum in Honduras will Katharina Braun in Zukunft weiterhin unterstützen: „Ich sammele überall, wo ich bin, Stoffe und andere Nähutensilien, die ich dann über ‚Food for the Poor‘ nach Honduras schicke.“

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