In Düren kommt es nicht zum Lustreisen-Prozess

Von: Christoph Lammertz
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Düren. 14 Angeklagte, 22 Verhandlungstage und ein großes Pfarrheim als Ausweich-Gerichtssaal: In Gummersbach muss sich derzeit unter großem öffentlichen Interesse ein Teil der oberbergischen Polit-Prominenz mit den Vorwürfen Vorteilsnahme und Amtsmissbrauch auseinandersetzen.

Es geht um so genannte Lustreisen, die von Energieversorgern veranstaltet und finanziert wurden. Auch gegen Dürener Kommunalpolitiker ermittelte die Kölner Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang.

Dabei ging es um Touren der Stadtwerke Düren (SWD), an denen die Politiker in ihrer Funktion als SWD-Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen hatten.

Zu einem Prozess kommt es in Düren allerdings nicht: Weil die Beschuldigten - unter anderem Bürgermeister Paul Larue, aber auch Mandatsträger aus anderen Parteien - den Stadtwerken nachträglich einen Eigenanteil für die Fahrten gezahlt haben, wurden die Verfahren eingestellt.

Moskau, Rostock, Prag und Barcelona gehörten zu den Zielen der Dürener Reisegruppen. „In allen Fällen handelte es sich in erster Linie um Informationsfahrten rund um das Thema Energie”, betonte CDU-Stadtratsmitglied Rolf Delhougne am Mittwoch noch einmal.

Als früherer Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke nahm er an drei Fahrten teil. „Ich habe jetzt 2874,20 Euro an die Stadtwerke überwiesen, obwohl ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass wir keine Lustreisen unternommen haben”, sagte Delhougne.

Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass man natürlich während der Reisen gut beköstigt worden sei. Wie wohl auch die anderen Betroffenen sei er aber bereit gewesen, den nachträglichen Eigenanteil zu zahlen, damit das Thema vom Tisch ist.
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