Düren - In Düren fehlen mehr als 300 OGS-Plätze

In Düren fehlen mehr als 300 OGS-Plätze

Von: Sandra Kinkel
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Das pädagogische Angebot an den Offenen Ganztagsgrundschulen in Düren ist sehr unterschiedlich. Einige Einrichtungen kooperieren mit der Musikschule und bieten nachmittags Musikunterricht an. Foto: imago/photothek
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Thomas Floßdorf, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses der Stadt Düren. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Die Not mancher Eltern ist groß. War die Betreuung ihrer Kinder in der Kita noch gesichert – immerhin kann man dort Tochter oder Sohn bis zu 45 Stunden pro Woche unterbringen –, ist das im ersten Schuljahr schlagartig anders, weil die i-Dötzchen nicht selten schon vor 11.30 Uhr schulfrei haben.

Die Lösung könnte ein Platz an einer Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) sein, doch davon gibt es in Düren nicht genug. An vielen Ganztagsgrundschulen sind Wartelisten längst an der Tagesordnung.

Insgesamt gibt es in der Rurstadt mittlerweile 883 OGS-Plätze (siehe Themeninfo). Zum Vergleich: In den Kindertagesstätten in Düren gibt es 1200 Plätze für eine 45-Stunden-Betreuung. „Wir haben also eine Differenz von etwas mehr als 300 Plätzen“, sagt Thomas Floßdorf (CDU), stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses in Düren. „Daran müssen wir arbeiten. Das Ziel muss sein, dass es in Düren mindestens 1000 OGS-Plätze gibt.

Ein entsprechender Antrag von der CDU-Fraktion liegt vor.“ Gerade in den Bereichen Innenstadt und Düren-Süd-Ost seien die Wartelisten besonders lang. „Problematisch“, so Floßdorf, „sind häufig schon die räumlichen Gegebenheiten. Ich weiß, dass beispielsweise an der Mutter-Theresa-Grundschule Klassenräume doppelt genutzt werden – morgens für den normalen Schulunterricht und nachmittags für die OGS.

Pläne für bauliche Veränderungen gibt es aber derzeit nur an der Martin-Luther-Schule.“ Die CDU fordert deshalb, für die Stadt Düren ähnlich dem Kita-Bedarfsplan auch einen OGS-Bedarfsplan zu erstellen. „Nur dann können wir sauber ermitteln, wie hoch der Bedarf an OGS-Plätzen in unserer Stadt wirklich ist“, sagt Floßdorf. Natürlich kosten 300 zusätzliche OGS-Plätze Geld. Floßdorf spricht von 100 000 Euro Personalkosen zuzüglich der notwendigen Investitionskosten.

Grundsätzlich werden in einer OGS-Gruppe 25 Jungen und Mädchen betreut, dabei gibt es ein besonderes „Dürener Modell“. Der Christdemokrat erklärt: „Neben den Elternbeiträgen für die OGS finanziert das Land pro Gruppe mit 25 Schülern eine Stelle für die Betreuung der Kinder. Wir haben vor zwölf Jahren, als wir in Düren die Offenen Ganztagsgrundschulen eingeführt haben, gesagt, dass das zu wenig ist. Deswegen finanziert die Stadt Düren zusätzlich pro Gruppe eine Viertelstelle mehr.“

Die Elternbeiträge richten sich nach dem Einkommen und gehen von monatlich 15 Euro bei der niedrigsten Einkommensgruppe (bis 18000 Euro) über 120 Euro (bis 54000 Euro) bis zu 170 Euro (mehr als 70000 Euro Jahreseinkommen).

Unterschiedliche Träger

Neben mehr OGS-Plätzen fordert Floßdorf einheitliche Qualitätsstandards für die Offenen Ganztagsgrundschulen in Düren. Die Einrichtungen werden in Düren von unterschiedlichen Trägern betrieben – vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), der Arbeiterwohlfahrt und verschiedenen Fördervereinen. Und die sind für die inhaltliche Gestaltung der Offenen Ganztagsgrundschulen verantwortlich. Floßdorf: „Was die inhaltliche Arbeit angeht gibt es große Unterschiede.“

Einige Ganztagsgrundschulen seien mit der Grundschule, zu der sie gehörten, verzahnt, andere würden komplett eigenständig arbeiten. „Wir müssen uns auch die Frage stelle, ob die Kinder in den Ganztagsgrundschulen verwahrt werden oder ob es dort wirklich eine Förderung gibt. In manchen Einrichtungen gibt es Kooperationen mit Sportvereinen oder der Musikschule, in anderen nicht. Da brauchen wir einheitliche Standards, wie es sie im Bereich der Kitas ja schon längst gibt.“

Floßdorf wird noch deutlicher: „Die Leistungsfähigkeit einer OGS darf nicht davon abhängen, wie engagiert die Mitarbeiter sind. Wenn ich von einheitlichen Qualitätsstandards spreche, meine ich zum Beispiel auch, dass die Mitarbeiter in den Ganztagsschulen regelmäßig Fortbildungen machen sollen.“

Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses hat angeregt, einen Arbeitskreis Offener Ganztagsgrundschulen zu gründen. „Wir haben die Ganztagsgrundschulen etwas stiefmütterlich behandelt, weil wir uns sehr auf den U3-Ausbau der Kindertagesstätten konzentriert haben“, sagt Floßdorf selbstkritisch. „Das muss sich jetzt unbedingt ändern.“ Angemerkt

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