In der Arena stapelt sich die Solidarität

Von: Stephan Johnen
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Umringt von Kisten: Die Helfer der Dürener Tafel freuen sich über die große Resonanz auf die Weihnachtsaktion. Foto: Johnen

Düren. Trotz der Minustemperaturen kommen Achim Danecki und die Helfer der Dürener Tafel an diesem Montag ordentlich ins Schwitzen. Hubwagen für Hubwagen liefern die Helfer Nachschub, bringen Palette für Palette in die Arena Kreis Düren, die kurz vor Heiligabend zum Warenlager geworden ist.

Der Nachschub reißt selbst am Nachmittag nicht ab, immer neue Spenden nehmen die Ehrenamtler an der Straße entgegen, damit der Verkehrsfluss auf der Nippesstraße nicht stockt.

„Heute Morgen war hier der Teufel los”, berichtet Norbert Bartsch, der auch am Nachmittag noch genug zu tun hat. Die Annahme startete um 10 Uhr. Theoretisch zumindest, denn die erste Schlange hilfsbreiter und kistenbepackter Bürger gab es schon vor 9 Uhr. Fünf Pakete lagen bereits vor der Tür, als die Helfer an der Arena ankamen.

Unterstützt von unserer Zeitung und der WDR-Lokalzeit hatte die Tafel dazu aufgerufen, für bedürftige Menschen eine Weihnachtskiste zu packen. Die Resonanz war auch in diesem Jahr überwältigend. Mehr als 1400 Pakete haben die Helfer bis zum Abend in Empfang genommen, ein neuer Rekord.

Am Dienstag werden die Kisten verteilt. Von 10 bis 15 Uhr zunächst nur an die Kunden der Tafel. Danach an alle hilfsbedürftigen Menschen. „Wir benötigen den Personalausweis und einen Sozialhilfebescheid”, erklärt Edith Becker, die sich bei allen Spendern und Helfern bedankt.

Die Zahl der Schulen, Firmen und Vereine, die die Aktion unterstützen steige dabei kontinuierlich. Die Nelly-Pütz-Schule ist schon lange dabei, die Heinrich-Böll-Gesamtschule hat in diesem jahr ein Projekt gestartet. Schüler, Eltern und Lehrer sammelten Pakete und brachten sie der Tafel. Achim Danecki und sein Kollege standen bereits früh auf dem Parkplatz des Kreuzauer Gymnasiums vor dem Problem, 230 Weihnachtskisten in einen Lieferwagen zu bekommen. Um den „Großspendern” im wahrsten Sinne des Wortes entgegenzukommen, sammelt die Tafel die Kisten zum Teil auch ein.

Im Einzelnen sei gar nicht mehr aufzuzählen, woher die Pakete alle kommen, sagt Edith Becker. „Dabei hatte ich gedacht, dass die Unterstützung in diesem Jahr zurückhaltender ausfällt”. Eine Befürchtung, die sich zur Freude der Tafelmitarbeiter nicht bestätigt hat.

Der Platz in der Arena schrumpfte im Minutentakt, als die Helfer die Kisten je nach Größe und Befüllung sortierten, um sie passend zu verteilen. Es gibt Kisten für Einzelhaushalte ebenso wie Pakete für Großfamilien. „Die sind alle mit viel Liebe zusammengestellt worden”, bilanziert Gitte Osborg-Schmitz von der Tafel. Ein Großteil der Kisten wurde in Geschenkpapier eingeschlagen. „Schauen Sie sich einmal um”, sagt Gitte Osborg-Schmitz allen Spendern, die eine Kiste abgeben.

Eine Aufforderung, der beispielsweise Leopold Dienstknecht direkt nachkommt. Mit seinem Vater hat der Siebenjährige ein Paket abgeliefert. „Weil wir mit den Menschen etwas teilen möchten die nicht soviel haben”, sagt er - bevor er durch die Gänge flitzt und die unglaubliche Zahl der Kisten bewundert. „Ich finde es wichtig, dass Kinder früh lernen, was soziales Engagement bedeutet”, sagt Vater Bernd. Doch auch abseits der Arena erfährt die Tafel Solidarität: In Lendersdorf ging eine Bürgerin im Freundes- und Bekanntenkreis sammeln - und spendete am Montag 1415 Euro.
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