Boich - In Boich geht es drunter und drüber

In Boich geht es drunter und drüber

Von: kw
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Perfektes Chaos beim Mahnes Th
Perfektes Chaos beim Mahnes Theater. Foto: Wollseifen

Boich. Wenn die Boicher Hauptstraße zugeparkt ist, ist das Mahnes Theater in die Saison gestartet. Mit zwei Mundart-Theaterstücken begeisterten die Laienschauspieler ihr Publikum. „Wir haben Ende April angefangen zu proben”, erklärte Alfred Büchel, der die Theaterleitung von Addy Waider übernommen hat.

Das erste Stück „Dronge on dröffe” wurde seinem Titel gerecht. Familie Götz verabschiedet sich von ihrem weiblichen Familienoberhaupt Helga (Britta Salentin). Denn sie darf sich vier Wochen lang ihr Kreuz in der Schwarzwaldklinik im Glottertal kurieren. Die sorgenvolle Helga verlässt den heimischen Herd nur ungern und gibt auch in letzter Sekunde ihrem Mann noch Anweisungen zur Haushaltsführung. Dass diese aber kaum umgesetzt werden, zeigt sich bald, denn das Haus füllt sich schnell mit einigen, nicht unbedingt erwünschten, Gästen. Opa Albert, lädt seinen Freund August ein, der nach der Anzahl von Schmutzflecken auf seiner Unterwäsche zu beurteilen gerne einmal in Persil baden würde.

Gekonnt gespielt wurde der einfältige August von Alfred Büchel, die Rolle des eigensinnigen Opas übernahm Addy Waider. Als dann die vorlaute Tochter Regina ihren Hippie-Freund Klaus anschleppt, Vater Hermanns Sekretärin und Geliebte Lolita Hüpfeling (Jenny Salentin) auftaucht und zu guter Letzt die unbeliebte Tante Lina erscheint, regiert das Chaos im Hause Götz. Arthur Salentin spielt den überforderten Vater in Perfektion. Petra Bell glänzt als gemeine und doch liebende Tante Lina, die gerne mit Opa Albert Strippoker spielt. Als Helga vorzeitig zurückkommt, fliegt das Lügengestrick auf - denn auch sie hat sich in der Kur einiges zu Schulden kommen lassen.

Zwei Engel für Bimbam

Im zweiten Stück „Zwei Engel für Bimbam” treffen zwei Parallelwelten aufeinander. Während die katholische Frauengemeinde Boich mit ihrem Pastor Cornelius Klünterchen auf Wallfahrt ist und in einer Hütte Rast macht, wachen die Engel Herta (Sofia Kemmerer) und Lotti (Maria Rühe) über das Wohl der Gemeinschaft. Schnell wird ihnen klar, dass die Wallfahrt eher einer „Fressveranstaltung” ähnelt, der arme Cornelius von seiner Schwester Klara bevormundet wird und die Beziehungen der Frauen untereinander auch nicht gerade harmonisch sind. Besonders die geizige Eleonore (Melanie Classen) gibt gerne schon mal einen bissigen Kommentar von sich und sorgt für reichlich Disput. Die Frauen geben sich einen kräftigen, mit Regionalhumor gespickten Schlagabtausch.

Die beiden Engel, die nur für das Publikum sichtbar sind, entscheiden sich einzugreifen und mischen Wodka in die Himbeerbrause. Schon bald darauf fangen die Frauen an zu lallen, verdrehen die Buchstaben und schwanken über die Bühne. Herta und Lotti nutzen die Gelegenheit, um Klara, die ihren Bruder bevormundet und der geizigen und giftigen Eleonore eine Standpauke zu halten. „Es war ein nicht geplanter und nicht beabsichtigter Abend”, sagte Elfriede, wunderbar gespielt von Cornelia Schmitz, am nächsten Morgen. „Aber irgendwie war er heilsam.” Und für das Publikum ein großer Spaß.
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