Imposante Baustelle für die Anbindung von Neu-Morschenich

Von: Sarah Maria Berners
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Über eine Brücke mit 25 Metern Spannweite wird Morschenich-Neu an die L264 angeschlossen und mit dem Merz-Park verbunden. Foto: Sarah Maria Berners

Merzenich. Wenn im Herbst die Autobahnanschlussstelle Merzenich komplett geöffnet wird, rechnen die Verkehrsplaner nach Angaben der Gemeindeverwaltung auf der Tagebaurandstraße, der Landesstraße 264, mit rund 16.000 Fahrzeugen pro Tag.

Rund 10.000 Fahrzeuge sind schon jetzt täglich auf der Strecke unterwegs. Und momentan steuern deren Fahrer durch eine imposante Baustelle, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Erschließung von Neu-Morschenich steht. Stück für Stück steigen die Widerlager für die geplante Brücke mit einer Spannweite von 25 Metern in die Höhe, auch die Auffahrtsrampen sind bereits deutlich zu erkennen.

Ungehinderter Verkehrsfluss

Die Brücke wird Autos, Fußgänger und Radfahrer über die Landstraße führen. „Nach zahlreichen Gesprächen mit dem Landesbetrieb haben wir uns für diese baulich aufwändige Variante entschieden, um insbesondere eine sichere Querung für Fußgänger und Radfahrer zu garantieren und den Verkehrsfluss auf der Tagebaurandstraße zu gewährleisten“, erklärt Thomas Lüssem, Leiter der Merzenicher Bauabteilung.

Eine Kreuzung mit Ampeln sei für den Verkehrsfluss hinderlich, in einem Kreisverkehr hätten die wenigen Autos, die aus dem neuen Ort kämen, kaum eine Chance. Zudem sei diese Variante auch für Landwirschaft, Radfahrer und Fußgänger geeignet. Wer aus Niederzier nach Morschenich-Neu fahren möchte, muss ebenso über die Brücke fahren, wie Neu-Morschenicher, die in Richtung Kölner Landstraße fahren wollen.

Am Sonntag, 30. März, sollen die Elemente für die Brückenfahrbahn, die als Fertigteile angeliefert werden, eingebaut werden. Für diese Arbeiten wird die Straße vollständig gesperrt. Ab dem 1. April soll die L264 wieder ohne Baustelle befahren werden können, weil ab dann eine Ausweichroute im zuge des Abrisses der Schoellerstraßenbrücke in Düren über diese Strecke führt.

Auf der Merzenicher Seite der Tagebaurandstraße soll sich in Zukunft ebenfalls einiges bewegen: Dort ist der sogenannte „Merz-Park“ geplant. Ein Investor möchte dort Gebäude für betreutes und seniorengerechtes Wohnen sowie Ein- und Mehrfamilienhäuser errichten. Zur wohnortnahen Versorgung sind im Gesamtkonzept ein Nahversorgungsmarkt mit rund 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie ergänzende Einzelhandelsbetriebe vorgesehen. Die Genehmigung der Bezirksregierung Köln steht allerdings noch aus. Nach gutachtlicher Überprüfung ist diese Größenordnung aus Sicht der Gemeinde mit dem bestehenden Einzelhandel verträglich.

Der „Merz-Park“ soll die Orte Merzenich und Morschenich-Neu miteinander verbinden und mit den verschiedenen Wohnformen auch den Umsiedlern eine Nähe zum neuen Dorf ermöglichen, die zum Beispiel aus Altersgründen kein eigenes Haus im neuen Ort mehr beziehen können oder wollen. „Von diesem Gebiet ausgehend, werden im südlichen Bereich künftig weitere Flächen für Wohnbebauung erschlossen“, sagt Thomas Lüssem mit Blick in die Zukunft der Gemeinde Merzenich.

Baureife Grundstücke im April

Auf der anderen Straßenseite laufen derweil die Erschließungsarbeiten für Neu-Morschenich auf Hochtouren. In den kommenden zehn Jahren soll der Ort mit Leben erfüllt werden. Derzeit werden Kanalrohre ebenso verlegt wie ab kommender Woche die Leitungen für die Nahwärmeversorgung des Ortes. Anschließend werden die Baustraßen angelegt.

„Ende März, Anfang April sollen die ersten Grundstücke baureif sein“, erklärt Lüssem. 130 Baugrundstücke entstehen in Morschenich-Neu, im Rahmen der Planungen wurden im Vergleich zum Ursprungsentwurf bereits zehn Grundstücke hinzugefügt. „Wir gehen derzeit davon aus, dass alle Grundstücke von Morschenichern bebaut werden“, sagt Thomas Lüssem.

Die Kosten für die Anbindung des Umsiedlungsstandortes an die L264 in Höhe von etwa 1,75 Millionen Euro werden überwiegend vom Bergbautreibenden getragen, wobei der Landesbetrieb einen Kostenanteil für die Teilerneuerung der Landstraße übernimmt. Über sechs Millionen Euro investiert RWE in die Erschließung des Umsiedlungsstandortes.

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