„Immer wieder Rückfälle erlebt“: Lesung für Schüler zum Thema Sucht

Von: kel
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Der aus Erkelenz stammende Autor Jörg Böckem berichtete vor gut 150 Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 in der Aula des Stifts über seine Erfahrungen mit Drogen. Foto: Axel Keldenich

Düren. Auf Einladung der Sucht- und Drogenberatung der Stadt Düren las der aus Erkelenz stammende Autor und Redakteur Jörg Böckem vor gut 150 Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 des Stiftischen-, des Rurtal- und des Burgau-Gymnasiums in der Aula des Stifts aus seinen Büchern. Thema des 50-Jährigen war der Umgang mit Sucht und Drogen.

Er selbst war jahrelang abhängig und hat seine Erfahrungen in der Autobiografie „Lass mich die Nacht überleben“ festgehalten. Er schilderte eindringlich, wie er über Einstiegsdrogen schließlich bis zur Heroin- und Kokainsucht abgesackt war.

Sein nicht jedem einleuchtendes Fazit dieser Zeit ist, dass das Wichtigste im Umgang mit Drogen die kritische Selbstbetrachtung und der vernünftige Umgang mit den Suchtmitteln sei. Und dies beginnt für Böckem schon bei Bier, Kaffee, Cola und Energydrinks. Trotz seiner geschilderten furchtbaren Erfahrungen, die bis zum völligen Kontrollverlust nach der Einnahme einer Überdosis reichten, verkündete er jedoch, dass er auch heute noch bei manchen Anlässen einen Joint rauche. Folgerichtig plädiert er auch für die Legalisierung von Cannabis.

Die Schüler interessierte vor allem, wie er aus dem Teufelskreis herausgefunden habe. Das sei für ihn, so Jörg Böckem, nur mit Unterstützung der Suchthilfe möglich gewesen, da er selbst bei drei Therapien mit stationärer Unterbringung immer wieder Rückfälle erlebt habe.

Gefahren aufzeigen

Inge Heymann von der Dürener Drogenberatung reagierte noch in der Diskussion nach der Lesung: „Wir vertreten eindeutig die Position, dass der beste Umgang auch mit Suchtmitteln wie Alkohol und Cannabis auf jeden Fall bei Jugendlichen unter 16 Jahren kein Konsum ist. Bei Cannabis ohnehin, da es nach wie vor illegal ist. Aber auch alle Diskussionen in Richtung Legalisierung von Cannabis beziehen sich immer auf eine Altersgruppe von Personen, die mindestens über 18 Jahre liegt.“ Die Suchtberatung zeige deshalb die Gefahren auf und habe eine klare Haltung: Besser im jugendlichen Alter gar kein Konsum.

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