Im Rahmen von „Deutschland plus“ Freunde finden und Vorurteile abbauen

Von: Sandra Kinkel
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Ein Stück weit weht die ägyptische Fahne im Augenblick in Langerwehe. Foto: Imago/ Winfried Rothermel
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Zwölf Schüler aus dem nordafrikanischen Land und elf Jugendliche von der Europaschule verbringen drei Wochen gemeinsam. Foto: Sandra Kinkel
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Betreut wird das besondere Projekt des Auswärtigen Amtes von den Lehrern Doaa Abdelhalim, Mahmoud Sherif und Susanne Nehl Bhayani. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Viele seiner Vorurteile hat Mahmoud Badawi schon abgebaut. Der Junge ist 17 Jahre alt, kommt aus Ägypten und war bis vor knapp zwei Wochen der festen Überzeugung, dass die Menschen in Deutschland alles ganz furchtbar ernst nehmen und nur wenig Humor haben. „Das ist aber überhaupt nicht so“, sagt Mahmoud.

„Ich habe ganz viele Leute in Langerwehe getroffen, mit denen man sehr viel lachen und Spaß haben kann. Das gefällt mir.“

Mahmoud ist einer von zwölf Jugendlichen, die im Rahmen des Austauschprogramms „Deutschland plus“ des Auswärtigen Amtes und des Pädagogischen Austauschdienstes drei Wochen in Deutschland verbracht haben – zwei Wochen in Langerwehe und eine Woche zur Bildungsreise in Berlin.

Die Jugendlichen kommen aus ganz Ägypten, lernen in der Schule und gehören zu den besten ihres Jahrgangs. „Wer bei diesem Projekt mitmachen wollte“, erklärt Lehrer Mahmoud Sherif, „musste eine Deutschprüfung ablegen und einen Arabischtest absolvieren, mit dem wir herausfinden wollten, ob die jungen Leute menschlich für so einen Austausch geeignet sind.“

Die ägyptischen Schüler sind alle zum ersten Mal in Deutschland. Sie sind in Gastfamilien untergebracht, nehmen am Schulunterricht teil und haben natürlich auch die Region erkundet. „Ich war vorher schon in Rom und Paris“, sagt Mahmoud, „aber es ist natürlich etwas ganz anderes, ob man sich Sehenswürdigkeiten anschaut oder auch Kontakt zu den Menschen bekommt.“

In Deutschland, ergänzt der Jugendliche, sei alles perfekt organisiert. „Ich finde es toll, wie hier alles funktioniert.“ Khadiga Ahmed (17) genießt die Zeit in Langerwehe ebenfalls sehr. „Das Essen ist ganz anders als bei uns zu Hause, aber es schmeckt, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat. Und ich habe in Deutschland gelernt, Fahrrad zu fahren.“

Schüler profitieren

Für die Europaschule ist ein Austausch mit Ägypten Premiere, grundsätzlich werden Kontakte zu anderen Ländern an der Gesamtschule aber groß geschrieben. „Unsere Schüler“, sagt Susanne Nehls Bhayani, „profitieren enorm davon, Jugendliche aus anderen Ländern und Kulturen kennenzulernen. Auch deswegen haben wir uns für dieses zusätzliche Auslandsprogramm entschieden.“

Viele Schüler hätten nicht die Gelegenheit zu reisen. „Mit Hilfe der Besuche aus anderen Ländern holen wir uns ein Stück weit die Welt nach Langerwehe.“ Ägypten sei ein Land, das den meisten Schülern schon sehr fremd sei. „Man merkt schon deutliche kulturelle Unterschiede“, sagt die Lehrerin. „Um so schöner ist es, wenn man sieht, wie Vorurteile immer mehr abgebaut werden, und die Schüler am Ende merken, dass es auch sehr viele Gemeinsamkeiten gibt.“

Genau die Erfahrung hat Merlin Holtappels gemacht, der mit seiner Familie einen Ägypter beherbergt hat. „Es hat mich sehr überrascht, wie offen unsere Gäste sind. Das hätte ich vorher absolut nicht gedacht, aber es war eine schöne Erfahrung.“

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