Düren - Im Online-Shop ist nicht alles möglich

Im Online-Shop ist nicht alles möglich

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
10473480.jpg
Täglich werden Pakete gepackt: Gero Federau betreut den Lövenich-Online-Shop. Foto: Stephan Johnen

Düren. Wer vor zehn Jahren etwas bei „Badminton Sport Lövenich“ kaufen wollte, ging ins Geschäft. Daran hat sich bis heute nichts geändert, allerdings setzt der Fachhändler mittlerweile weitaus mehr Artikel in seinem Online-Shop als im klassischen Verkaufslokal um.

 „Vor 15 Jahren hat noch niemand von Online-Handel gesprochen“, sagt Gero Federau, der für den Internet-Shop zuständig ist. „Wir haben vor zehn Jahren angefangen, Informationen zu Produkten ins Netz zu stellen“, blickt Federau zurück. Mehr nicht. Die Ware gab es weiterhin ausschließlich im Laden. Seitdem hat sich einiges verändert.

Ist der Online-Handel eine Bedrohung für den klassischen Handel oder eine Chance, neue Kundenkreise zu gewinnen? Im Gespräch mit der DZ beschrieb Jörg Hamel, Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Aachen-Düren-Köln, jüngst, warum er im Online-Geschäft eine Chance und ein zweites Standbein für den stationären Handel sieht. Manche Angebote würden zwar wegfallen, andere aber neu entstehen, beispielsweise Showrooms, in denen der Kunde die Produkte anschauen kann, die er später online bestellt und geliefert bekommt. Hamel ist überzeugt, dass der Dürener Einzelhandel auf einem guten Weg ist, der stationäre Handel aber noch besser mit dem Online-Geschäft verzahnt werden könne.

Das ist auch der Weg, den „Badminton Sport Lövenich“ gegangen ist. Die Frage „entweder oder?“ habe sich nicht gestellt, verkauft wird online und offline. „Der stationäre Handel hat Vorteile“, sagt Gero Federau mit Blick auf Beratung und den direkten Kontakt zum Kunden. Gerade für „beratungsintensive Produkte“ wie Schläger oder Schuhe würden sich viele Kunden nach wie vor auch mehrere Stunden ins Auto setzen, um sie vor Ort ausprobieren zu können. Das Internet biete hingegen die Möglichkeit, ein viel größeres Kundenpotenzial zu erschließen. Der Dürener Händler stattet europaweit Mannschaften aus.

„Für viele Branchen gilt: Kein Online-Shop kann Einkaufen zum Erlebnis machen“, ist Gero Federau überzeugt. Auch im Online-Zeitalter würden Kunden gerne etwas ausprobieren, kennenlernen und entdecken. „Neugier, Interesse und Faszination gehören zum Einkaufen dazu. In einer Welt, die immer virtueller wird, sind solche persönlichen Erfahrungen wichtig“, ist Federau überzeugt, dass der stationäre Handel eine Zukunft hat. Allerdings sollten Händler nicht verpassen, das Internet als weiteren Vertriebsweg zu nutzen.

„Das geht allerdings nicht über Nacht. Das Programmieren einer Internetseite macht noch keinen funktionierenden Shop“, warnt Federau. Von der Datensicherheit bis hin zu rechtlichen Fragen müsse viel beachtet werden. Stimmt beispielsweise ein Bild nicht mit der Produktinfo überein, könne es schnell zu einer Abmahnung kommen. Auch das Fernabsatzgesetz sollte jeder potenzielle Online-Händler lieber einmal zu viel gelesen haben. „Wir haben Lehrgeld zahlen müssen. Die Einrichtung eines Shops geht nur Schritt für Schritt, manchmal stolpert man auch“, räumt Federau ein. Nicht unterschätzt werden dürfe zudem die Erwartungshaltung der Kunden. „Alle Händler werden mit den ganz Großen der Branche verglichen. Auch für uns ist es daher Ziel, die Ware am Tag der Bestellung zu verschicken“, erklärt er. Dieses Ziel gab es vor zehn Jahren, als vor allem Lagerbestände im eigenen Online-Shop abverkauft wurden, nicht. Heute sei allein der logistische Aufwand zur Abwicklung immens. Einzelne Pakete bringt längst niemand mehr zur Post. „Heute kommt regelmäßig der Lastwagen vorgefahren“, sagt Federau augenzwinkernd.

Ein weiterer Wunsch der Kunden sei es, neueste Ware für wenig Geld zu bekommen. Und im Internet sind Preise leicht zu vergleichen. Dies gelte für alle Branchen. Von einer Preisschlacht der einzelnen Anbieter möchte der Händler nicht reden. Er sagt: „Kunden bietet sich manche interessante Gelegenheit.“ Doch all dies müsse ein Händler bei der Kalkulation der Preise berücksichtigen, um nicht Schiffbruch zu erleiden. Der Aufwand lohne sich, ist Gero Federau überzeugt. Drei Viertel des Umsatzes würden mittlerweile online erzielt.

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert