Im Museumshof herrscht Festivalstimmung

Von: Christoph Hahn
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Singend und swingend zogen die Mitglieder des gastgebenden Chors „Joy of Gospel” in die Langerweher „Festspiel-Arena” im Hof des Töpfereimuseums ein. Foto: Christoph Hahn

Langerwehe. Auf dem Freigelände des Töpfereimuseums herrschte Festivalstimmung: Zum fünften Mal hatte der örtliche Chor „Joy of Gospel” Gleichgesinnte aus dem ganzen Rheinland zum Open-Air-Spektakel „Gospel meets Gospel” eingeladen.

Dicht an dicht sitzend oder stehend verfolgten die Besucher mehr als vier Stunden lang die Auftritte von vier Chören auf der Bühne im Freien und einer Band im Museumsgebäude. Damit dokumentierte das Publikum den ungebrochen hohen Stellenwert dieser Veranstaltung.

Wie sehr sie selbst zu diesem Ansehen beigetragen haben, untermauerten die Gastgeber mit ihren Auftritt. Von „Eisbrechern” konnte dabei keine Rede sein, denn weder war die Stimmung frostig noch mussten sich Chorleiter Niko Schlenker und die Seinen ihre Beliebtheit erst noch erobern.

Auch künstlerisch war es für „Joy of Gospel” ein glattes Heimspiel - aber ein furioses. Ihren unverwechselbaren Ausdruck stellten die Sänger aus Langerwehe unter Beweis, noch bevor sie die Bühne betreten hatten: Singend und swingend zogen sie in die vielleicht kleinste Festspiel-Arena der Welt ein.

Im Weiteren stellten sie und ihr Dirigent die Modernität ihrer Gospel-Auffassung dar: Was Niko Schlenker da arrangiert und komponiert hatte, klang zeitweise ziemlich deutlich nach Soul und ließ die Bereitschaft erkennen, nicht museal in der Bewahrung von Traditionen stehen zu bleiben.

Unterschiedliche Stilrichtungen

Die drei angereisten Chöre brauchten sich allerdings dahinter nicht zu verstecken. Das galt schon für die Kirchenmusikerin Ruth Spaltmann und ihr Ensemble „Spirits of Ham-O-Nie” aus - wie die Abkürzung besagt - Hambach, Ober- und Niederzier.

Gerade wegen des relativ traditionell geprägten Sounds bildete der Auftritt der „Spirits” einen guten Kontrast zur Darbietung der Langerweher - will sagen: auch Gospel-Einsteigern die Möglichkeit zum Vergleich der Stile.

So bildete auch der Ruth Spaltmann und den Ihren nachfolgende Chor „einKlang” aus Aachen wieder einen neuen Kontrast: Relativ klein und jung von der Besetzung her, begeisterten die Sänger vor allem durch den hohen Gefühlsgehalt ihrer musikalischen Gestaltung. Ein Gleiches galt auch für den „New-Life-Chor” aus Düsseldorf, eine im Gegensatz zu den anderen Ensembles ausschließlich von jungen Afro-Deutschen getragene Gruppe.

Die Gäste aus der Landeshauptstadt nahmen ihre Zuhörer nicht nur durch ihren Charme sondern auch durch die ausgeprägte Beweglichkeit ihrer Stimmführung, die ungekünstelte Emotionalität und ihre Frische für sich ein.

Alles in allem bot das von einem Auftritt der Kölner Band „Dreamboat Ramblers” abgeschlossene Festival im Museum ein ums andere Mal ein Fest schöner Stimmen. Gospel, diese etwas andere Sakralmusik mit afroamerikanischen Wurzeln, hat im Rheinland und in Langerwehe mit Sicherheit längst eine neue Heimat gefunden.
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