Im Leopold-Hoesch-Museum herrscht Premierenlaune

Von: Stephan Johnen
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Der Altbau (Hintergrund) bekommt moderne Gesellschaft: Die Arbeiten im Hoesch-Museum und am Erweiterunsbau laufen auf Hochtouren.

Düren. Von einer Herausforderung redet Dürens Baudezernent Hans Wabbel. Von einem „Höhepunkt in unserem Berufsleben” spricht Hans Wabbel für sich und alle am Projekt Beteiligten. Er meint den Erweiterungsbau des Leopold-Hoesch-Museums.

Die Eröffnung des 6,36 Millionen Euro teuren Bauwerks - hinzukommen nochmals 1,5 Millionen Euro für die Altbausanierung - ist mittlerweile zwar auf den November verschoben, doch Wabbel ist bereits am Dienstagabend in Premierenlaune.

Der Kulturausschuss hatte sich zu einer Sondersitzung eingefunden, der einzige Tagesordnungspunkt: „Ortsbesichtigung des Leopold-Hoesch-Museums (ohne Vorlage)”.

Eine Vorlage brauchte Hans Wabbel auch nicht. Bereits zur Einführung an der altehrwürdigen Tür des Museums ist der Baudezernent in Hochform. Eine „Legion von Museumsanbauten” gebe es auf der ganzen Welt.

„Auch Misslungene”, urteilte Wabbel. Davon könne in Düren keine Rede sein. Im Leopold-Hoesch-Museum, davon ist Wabbel überzeugt, „spielt nur die 1. Liga”.

Architektonisch, künstlerisch. Und auch technisch. Dafür sorge beispielsweise die 900.000 Euro Klimaanlage, die Kunstwerke in Museum und Depot gleichermaßen schützen soll. Eine Voraussetzung, um manche Ausstellungen überhaupt gewinnen zu können.

Die Beleuchtung der Räume sei so konzipiert, dass sie annähernd die Beschaffenheit von Tageslicht erreicht. Echtes Tageslicht spenden künftig zwei himmelwärtsstrebende Lichthöfe, die Architektur ermöglicht künftig nahtlose Rundgänge.

„Das Museum war ein Bau, der vor lauter Kraft kaum gehen konnte”, urteilt Wabbel. Viel Repräsentation, wenig Platz für Ausstellungen. Durch den Anbau verdoppelt sich die Nutzfläche von 1880 Quadratmeter auf 3620.

Die Ausstellungsfläche verdreifacht sich dabei: Künftig stehen 1689 statt 659 Quadratmeter zur Verfügung. Hinzukommen 417 Quadratmeter Depot (früher 179), Werkräume, ein Bistro und Räume für die Museumspädagogik. „Dies war und bleibt ein Haus, in dem Leben stattfindet”, sagt Wabbel.

Dass sich die Bauzeit verlängert und die Sanierungskosten bislang um rund 400.000 Euro stiegen, liegt an unvorhergesehenen Ereignissen: Bombenkrater brachten bereits bei der Fundamentlegung den Zeitplan durcheinander, die mittlerweile verbotene Dämmung musste erneuert werden, Brandschäden aus dem Zweiten Weltkrieg tauchten auf.

Beim Wiederaufbau wurde oftmals mit der heißen Kelle gemauert. Eine Decke war so wiederhergestellt, dass sie ihr Gewicht kaum tragen konnte. Glücklicherweise gab es im alten Museum keinen Absturz. Wabbel: „Dafür müssen wir unserem Schutzengel danken.”
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