Im Höhenflug durch den Fastelovend

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
11700659.jpg
Einer der Höhepunkte der Session – „trotz des Schietwetters“: Prinz Wimar I. und Prinzessin Ute I. sind glücklich und zufrieden, dass sie einmal Prinzenpaar in Düren sein durften. Foto: smb

Düren/Girbelsrath. „In Worten kann ich schwer ausdrücken, wie die vergangenen Monate für uns waren“, sagt Wimar I., Narrenherrscher der Stadt Düren. Dass es toll werden würde, haben er und seine Prinzessin Ute I. sich schon vor dem Amtsantritt ausgemalt.

„Um zu wissen, wie toll das wirklich ist, muss man es aber einfach selbst erlebt haben“, findet Ute Wysluch. Und ihr Mann ergänzt: „Auf der Bühne zu stehen, vor all den Leuten, zu singen und mit ihnen zu feiern, das ist einfach ein ganz enormes Gefühl.“

40. Geburtstag am Rosenmontag

Am Sonntag, beim Orchidensonntagszug, dürfen die beiden Jecken dieses Gefühl noch einmal richtig auskosten. Am Montag, nach dem Zug in Birkesdorf, ist dann alles vorbei. Wenn Ute Wysluch am Abend ihren 40. Geburtstag feiert, wird das Ornat abgelegt. Was bleibt sind die vielen Erinnerungen.

Dem Karneval werden die beiden auf jeden Fall treu bleiben, schließlich sind sie schon seit Jahren jeck, bei den „Närrischen Norddürenern“ und den Birkesdorfer „Grieläächern“ aktiv und Mitglieder der Bühnenfreunde Girbelsrath, dem Wohnort der beiden. Schon länger haben sie mit dem Gedanken gespielt „eimol Prinzenpaar zo sin“.

Am Montagabend liegen 120 Termine – gerechnet ab der Wahl – hinter ihnen. Alleine Sonntag und Montag sind es noch 13. Knapp 3000 Kilometer hat das Prinzenpaar auf dem Weg zu Terminen und Besorgungen zurückgelegt.

Ist es nicht furchtbar stressig, Prinzenpaar der Rurstadt zu sein? „Während und zwischen den Auftritten kommt keine Sekunde Müdigkeit auf, wir freuen uns auf jeden Auftritt, das ist keine Sekunde zu viel“, betont Wimar Wysluch. „Es ist eine Anstrengung im positiven Sinne“, unterstreicht seine Ehefrau. Einen guten und tiefen Schlaf hatten die beiden zwar auch vorher schon, „aber jetzt schlafen wir noch ein bisschen tiefer und fester“, sagt der Narrenherrscher augenzwinkernd.

Auch die Nervosität ist nach der Proklamation schnell von den beiden abgefallen, auch wenn ein bisschen Anspannung vor jedem Auftritt bleibt. „Die ist wichtig und gehört dazu. Und wenn wir auf der Bühne stehen, ist sie wie weggeflogen“, schildert Ute I.

Die ersten 15 bis 20 Termine hatte der Prinz noch akribisch vorbereitet. „Ab dann haben wir viel mehr auf Spontaneität gesetzt – und das gefällt den Leuten. Dann verzeihen sie auch kleine Patzer“, haben die beiden festgestellt. Die vorherige Akribie habe ihnen die nötige Sicherheit dafür gegeben.

Besonders berührt haben das Prinzenpaar drei der vielen Veranstaltungen – auch wenn es schwer sei, bestimmte Punkte hervorzuheben. Zwei Besuche in einer Behinderteneinrichtung und in einem Seniorenheim sind den Eheleuten besonders zu Herzen gegangen. Und sehr gerührt waren sie auch von einem Auftritt von Freunden auf der „Stubbi“-Sitzung, die das Sessionsmotto „Mer fleje met Spaß und Freud in d‘r Fastelovendshemmel“ – die Wysluchs sind passionierte Flieger –aufgegriffen hatten. Da kullerte auch mal das ein oder andere Tränchen.

„Ich bin ein dankbarer Mensch“, sagt Wimar I. von sich selbst. Dankbar sind er und seine Frau auch den vielen Unterstützern, die sie auf dem Weg begleitet haben. Ihre Erfahrungen wollen sie mit den künftigen Tollitäten der Stadt teilen, ihnen zur Seite stehen – und auch sonst werden sie im Karneval aktiv bleiben, wollen Impulse geben. „Die Vereine müssen zusammenrücken“, betont Wimar I. Es gelte, sich frühzeitig auf die Zukunft vorzubereiten und auf die Entwicklungen der Gegenwart zu reagieren. Doch bevor die Wysluchs neue Projekte angehen wollen, gilt es, den Höhepunkt des Straßenkarnevals zu genießen.

Und die Jecken können sich schon auf den Wagen des Paares beim „Zoch“ freuen. Zu viel darf an dieser Stelle nicht verraten werden: Aber dem Fliegermotto wird der Wagen, in dem ungezählte Stunden Arbeit stecken, gerecht. Reichlich Kamelle und anderes Wurfmaterial haben die Wysluchs jedenfalls für die beiden Züge eingekauft – und viele Leckereien mit ihrem Konterfei versehen. Wimar I.: „Wir sind ja auch früher schon in Zügen mitgegangen, aber ich bin gespannt, was unsere Arme am Abend sagen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert