Im Gotteshaus sollen Wohnungen entstehen

Von: Stephan Johnen
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Die Bonifatiuskirche soll äußerlich als Kirche bestehen bleiben. Im Innenraum sollen barrierefreie Wohnungen entstehen. Foto: Johnen

Düren. Die Tage der Bonifatiuskirche als Kirche sind offenbar gezählt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat dem Rat der Stadt Düren einstimmig empfohlen, eine Änderung des Bebauungsplanes einzuleiten und das Areal von Gotteshaus und Pfarrhaus künftig als „allgemeines Wohngebiet“ auszuweisen.

Damit wäre der Weg für die Pläne der Pfarre St. Lukas frei, in der Bonifatiuskirche und der angrenzenden Gemeindeverwaltung barrierefreie Wohnungen mit dem Angebot von betreutem Wohnen einzurichten. Einen entsprechenden Antrag hatte die Pfarre bereits im vergangenen Jahr gestellt.

Die Bonifatiuskirche selbst bleibt weitgehend erhalten. „Das Rheinische Amt für Denkmalpflege hat den Denkmalwert des Sakralbaus festgestellt“, berichtete Marcus Steffens vom Amt für Stadtentwicklung. Folglich müsse die Kirche bereits heute wie ein Denkmal behandelt werden. Die Denkmalbehörde werde in alle weiteren Planungen eingebunden.

Das Kirchenbauwerk soll – zumindest äußerlich – ein „Kirchen-Symbol“ im Dürener Osten bleiben. Das 1951 nach den Plänen des Würzburger Architekten Albert Boßlet errichtete Bauwerk sei ein wichtiges Zeugnis der Dürener Nachkriegsarchitektur. Die Pläne der Pfarre St. Lukas, die Bonifatiuskirche umzuwidmen, hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Anwohner, Gemeindemitglieder und Förderer riefen einen Förderverein ins Leben und boten an, für die Unterhaltung des Gotteshauses aufzukommen. Mehr als 1600 Unterschriften wurden gesammelt, um die Kirche zu erhalten.

Auch die Dürener Politik schaltete sich in die lebhafte Diskussion ein. Der Rat der Stadt verabschiedete eine Resolution und forderte die Pfarre auf, die Kirche nicht zu verkaufen. „Auch, wenn es sich um die ureigene Materie der Kirche handelt, war es richtig, dass wir uns eingemischt haben“, bilanzierte der CDU-Politiker Thomas Flossdorf am Dienstag.

Der Ausschuss untermauerte in seiner Sitzung noch einmal die Forderung der Politik, bei den künftigen Planungen sowohl den Förderverein als auch die Bewohner des Stadtteils einzubeziehen. Auch soll sichergestellt werden, dass der in den Planungen vorgesehene Sakralraum für Gebet und Gottesdienste auch Realität wird. Zudem müsse beachtet werden, dass die Wohnungen barrierefrei sind und es bei den Mietern „eine Durchmischung“ gibt. Es solle kein „reiner sozialer Wohnungsbau“ entstehen. Diese Punkte seien von der Pfarre zugesichert worden, bekräftigte Marcus Steffens.

Die Umnutzung eines Kirchengebäudes in Wohnraum stelle eine besondere architektonische Herausforderung dar. „So etwas haben wir in Düren noch nicht erlebt“, sagte Steffens. Der von der Pfarre St. Lukas angedachte Architekturwettbewerb sei daher begrüßenswert. Die Entwürfe sollen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Ergebnis dieses Wettbewerbs ist die Grundlage für das weitere Bauleitverfahren. Die Planung der Pfarrgemeinde trage „dem zunehmenden Wohnraumbedarf an barrierefreien Wohnungen und betreutem Wohnen im Dürener Osten Rechnung“, bilanzierte die Stadtverwaltung.

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