Im Fitness-Studio räuberischen Plan geschmiedet

Von: hp
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Düren. Da staunten selbst erfahrene Juristen: Zwei junge Männer aus Düren, zur Tatzeit gerade einmal 18 und 19 Jahre alt und bisher ohne große kriminelle Vergangenheit, unterhielten sich im Fitness-Studio über das Thema Raubüberfälle.

Spontan hätten sie dann, wie sie am Montag vor dem Jugendschöffengericht erklärten, einen Getränkemarkt an der Nideggener Straße überfallen. Und da sie zur Tat eine Softair-Pistole mitnahmen und der Jüngere die Waffe einer Kassiererin drohend in den Nacken drückte, hatte sich das Duo wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes zu verantworten.

Dass alles so spontan geschehen sein soll, wollte die Staatsanwältin allerdings nicht glauben. Dafür hatten die beiden geständigen Täter zu viele Details geplant. So kauften sich die Täter für die Tat eigens eine Waffe und hielten Sturmhauben bereit. Ferner hatten sie verabredet, dass der Tatort etwas außerhalb liegen sollte, damit man besser flüchten kann.

Nicht zu vergessen: Es sollte sich lohnen, so dass der Überfall am Abend des 2. Juli kurz vor Ladenschluss stattfinden sollte. Um 19.40 Uhr war es soweit. Die beiden Kassiererinnen hätten, so die Angeklagten, sofort begriffen, dass dies ein Überfall war. Sie leerten ihre Kassen und packten 4035,12 Euro in die Stofftaschen.

Etwa einen Kilometer entfernt hatte einer der beiden den Pkw seiner Mutter für die Flucht abgestellt. Da dieser Fußweg den Tätern aber zu weit erschien, hatten sie vorsorglich einen Bekannten als Fahrer engagiert. Dieser 20-Jährige war ebenfalls angeklagt, aber es konnte - da die beiden Haupttäter gegensätzlich aussagten - nicht geklärt werden, ob dieser Fahrer über den Raub informiert war. Das Verfahren gegen ihn wurde deshalb seitens des Gerichts abgetrennt.

Der Pkw der Mutter konnte übrigens zur Flucht nicht benutzt werden, weil der Zündschlüssel nicht aufzufinden war. Die Beute wurde in einem Waldstück vergraben. Als der 19-Jährige mit einem Taxi nach Hause kam, wurde er von der Polizei erwartet. Da er die Aussage verweigerte und den Namen seines Komplizen verschwieg, musste er in Untersuchungshaft. Apropos Komplize: Der wunderte sich zwar, dass sein Mittäter von der Bildfläche verschwunden war, hatte gleichwohl das Geld aus dem Versteck im Wald ausgegraben.

Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Sebastian Herweg schickt den inzwischen 20-Jährigen für zwei Jahre und acht Monate ins Jugendgefängnis. In das Urteil wurde eine Bewährungsstrafe einbezogen. Der jetzt 19 Jahre alte Mittäter, der zuvor einmal wegen Körperverletzung aufgefallen war, wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt.
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