Im Feuerschutztechnischen Zentrum gehen 51.000 Anrufe im Jahr ein

Von: Carsten Rose
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Leichte Nackenstarre: In einem Turm hängen die Schläuche zum Trocknen. Foto: Rose
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Matthias Bergs erklärt, wie die Atemluftgeräte befüllt werden. Foto: Rose
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Eine Leserin bestaunt die Einsatz-Container. Foto: Rose
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Fotomotiv: der Rettungs-Buggy für Geländeeinsätze. Foto: Rose

Stockheim. Leichte Atemschwierigkeiten in der Brandsimulationsanlage, ein Hauch von Einsatzplanung in der Leitstelle, Staunen im Fuhrpark und eine kurze Nackenstarre im Turm, wo gereinigte Schläuche zum Trocknen hängen: Im Feuerschutztechnischen Zentrum (FTZ) haben 20 DZ-Leser im Rahmen der Sommertour erfahren, wie die Feuerwehrleute und Rettungsdienste der 15 Kreiskommunen von der Leitstelle des Kreises Düren unterstützt und koordiniert werden.

Dort, wo die Einsätze für Rettungsdienst und Feuerwehr beginnen, startet auch die Tour: in der Leitstelle. In Echtzeit bekamen die Besucher mit, wie bei einem Anruf eine Leuchte rot blinkt, bei einem Fax eine blau – um 11.05 Uhr steuern vier Disponenten parallel 20 Einsätze aller Art. „Die Disponenten in der Leitstelle koordinieren alles.

Wir ordern Feuerwehrleute, Rettungswagen, Seelsorger, Ehrenamtler vom Roten Kreuz, und wir wissen auch, wie viele Betten in welchen Krankenhäusern für den Notfall frei sind“, erklärte Martin Thiedeke, Leiter der Gefahrenabwehrplanung. Zwölf Rettungswachen mit 18 Rettungswagen haben die Disponenten im Blick, hinzu kommen sechs Notarztstandorte.

Gut 51.000 Mal mussten die Leitstellen-Mitarbeiter diese oder jene Schritte im vergangenen Jahr einleiten, so oft kam ein Notruf an. Knapp 37.000 entfielen auf Rettungseinsätze und Krankentransporte, rund 3000 auf Feuerwehreinsätze. Und da die Einsätze immer mehr werden, wird bald am FTZ angebaut: Insgesamt werden gut zehn Millionen Euro investiert. Unsere Leser erfuhren dies aus erster Hand. Unter anderem wird die Leitstelle erweitert, so dass dort acht Mitarbeiter Platz haben.

Stefan Nepomuck, der verantwortlich für die Leitstelle ist, betonte, dass in 95 Prozent der Einsätze der Notarzt nach den vorgeschriebenen 15 Minuten am Einsatzort ankommt.

„Hoher Standard“

Heinz-Peter Salentin aus der Einsatzleitung des Rettungsdienstes und FTZ-Mitarbeiter Matthias Bergs erläuterten den Fuhrpark an der Marienstraße in Stockheim: So erfuhren die Leser, dass alle 18 Rettungswagen im Kreis gleich aufgebaut und bestückt sind – ohne Vorgabe des Landes. „Wir haben generell einen hohen Standard und sind immer früh dabei, wenn es um technische Entwicklungen geht“, betonte Salentin.

Ein Beispiel: Die Daten eines EKG können direkt ans Krankenhaus geschickt werden. Um die „optimale Hilfe“ gewährleisten zu können, würden wohl in zwei bis drei Jahren auch Tablet-PCs zur direkten Datenübermittlung zum Einsatz kommen. Zu den Fahrzeugen des Rettungsdienstes zählt unter anderem eines, das von innen dem Raum einer Arztpraxis ähnelt: Dort wird beispielsweise bei Wohnungsbränden die erste Diagnose vorgenommen.

Deutliche wurde auch, dass der FTZ-Fuhrpark nicht für jede Einsatzart ein eigenes Fahrzeug parat hat, sondern verschiedene Container. Diese werden dann je nach Einsatzlage auf die Fahrzeuge montiert: Einer fasst beispielsweise 8000 Liter Schaummittel, ein anderer 5000 Liter Wasser, ein weiterer besitzt einen Kran. Zudem werden Container mit Spezialgeräten für die Feuerwehren der einzelnen Kommunen vorgehalten, weil sich diese die Gerätschaften schlicht nicht leisten können und im Notfall vom Kreis anfordern.

Ein klassisches Gegenstück zu dieser hochmodernen Ausrüstung lieferte die Besichtigung der „Wäscherei“: Dort werden unter anderem die 20 Meter langen Schläuche gereinigt und fünf Tage zum Trocknen in den Turm gehängt. „Die gelben Schläuche sind die neusten, die sieht man auch nachts besser“, erklärte Matthias Bergs, „aber dafür halten die nicht so lange – die grauen dagegen schon. Die sind teilweise von 1960.“

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