Im Felsenkeller entsteht ein kleiner Kosmos

Von: Fred Schröder
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Der Künstler Rolf A. Klünter im Gespräch mit einigen der Bürvenicher Bürger, die er für sein Kunstprojekt „Kleiner Kosmos Felsenkeller“ mit der Videokamera porträtiert hat.
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Auch Messdiener gehören zum „Kleinen Kosmos Felsenkeller“.

Bürvenich. Wenn in diesen Tagen und Wochen die „LaGa 2014“, die Landesgartenschau in Zülpich in aller Munde ist, gerät auch ein Schauplatz in den Blick, der älteren Menschen aus Stadt und Kreis noch bekannt sein dürfte.

Denn das frühere Kinderheim des Kreises Düren, an einem Hang oberhalb des Ortes Bürvenich gelegen, ist heute Sitz des Heilpädagogischen Eingliederungszentrums der „Lebenshilfe“, kurz HPZ genannt. Bis zur kommunalen Neugliederung 1972 gehörte Bürvenich, heute ein Stadtteil von Zülpich, dem Kreis Düren an. Und der verkaufte sein früheres Kinderheim der „Lebenshilfe“.

Konkret ist es der Felsenkeller unter den Gebäuden, der die Besucher der Landesgartenschau interessiert. Dieser Keller diente früher als Bierkeller der Brauerei Nagelschmitz. Heute ist er ein großes Wasserreservoir für die „Lebenshilfe“. Bewohner und Mitarbeiter des HPZ sind längst in das Dorfgeschehen in Bürvenich integriert, feiern mit den örtlichen Vereinen Feste und haben eine eigene Karnevalsgesellschaft.

„Inklusion, von der heute alle reden, ist bei uns gelebter Alltag“, resumiert HPZ-Geschäftsführer Rolf Emmerich. Und so war er besonders erfreut, dass im Vorfeld der Zülpicher „LaGa“ auch das HPZ und seine Bewohner Beachtung fanden. Der aus Bürvenich stammende und in seinem Heimatort wie auch in Shanghai tätige Künstler Rolf A. Klünter zeigt in dem ehemaligen Bierkeller sein Kunstprojekt „Kleiner Kosmos Felsenkeller“.

An 89 Drehtagen hat Rolf A. Klünter bekannte Models und vor allem die Bewohner der Orte Bürvenich und Eppenich und auch die des HPZ vor die Linse gebracht. Ob Karnevalisten oder Messdiener, ob Jagd- oder Hochzeitsgesellschaft: In den Film- und Videoinstallationen finden sich die Protagonisten wieder. Aber mehr noch. In dem in den Fels getriebenen Keller, um den sich manche Geschichten ranken, werden Gastbeiträge des autistischen chinesischen Künstlers Leland Lee ebenso gezeigt wie Objekte der Künstlerinnen Hendrina Krawinkel, Susanne Wichmann und Gisela Zimmermann gezeigt.

Fortsetzung möglich

Bemerkenswert: HPZ-Geschäftsführer Rolf Emmerich denkt über die LaGa hinaus an eine Fortsetzung. Mit einer Spende von fast 50.000 Euro aus der Smurfit-Kappa-Stiftung unterstützte der Chef der Zülpicher Papierfabrik, Dr. Peter Kramp, das Projekt.

Jetzt kann Rolf Emmerich unter anderem an Kunst-Workshops auf Rolf A. Klünters Atelierbauernhof in Bürvenich mit Behinderten aus Deutschland, Europa und eventuell auch Asien teilnehmen können.

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