Im angetrunkenen Zustand 50-Jährige sexuell belästigt

Von: hp
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Düren. Die moralische Seite stehe hier nicht zur Debatte, unterstrich der Vorsitzende Richter Dr. Stephan Ebeling bei der Urteilsbegründung.

Gerade hatte das Schöffengericht einen 30 Jahre alten Familienvater aus Düren zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt hatte. Vielmehr sei es in dem Prozess darum gegangen, ob dem Mann eine sexuelle Nötigung vorzuwerfen sei. Denn im Kern gingen die Darstellungen des Angeklagten und der belästigten Frau weit auseinander.

Unstrittig ist, dass der 30-Jährige am Pfingstwochenende 2011 mit einem Freund in der Innenstadt unterwegs war und einige Kneipen besuchte. Schließlich hätten die Männer vorgehabt, junge Frauen „aufzureißen”, um ein bisschen Spaß zu haben. Während der Freund des Angeklagten sein Ziel offenbar erreicht hatte, traf der Familienvater morgens gegen 6 Uhr auf eine 50-jährige Frau, die ebenfalls wie er angetrunken war und durchs Viertel zog, weil sie Pfandflaschen sammelte. Er sprach sie an, um mit seinem Wagen zum Willy-Brandt-Park zu fahren. Dort wollte man auf einer Bank eine Zigarette rauchen und sich unterhalten.

Dass der Mann zu diesem Zeitpunkt etwas anderes im Sinn gehabt haben könnte, kann die Frau bis heute nicht verstehen: „In meiner schmutzigen Kleidung sehe ich alles andere als attraktiv aus.” Dennoch habe der Mann plötzlich versucht, sie zu küssen und zu umarmen. Obwohl sie ihm klar gemacht habe, dass sie das nicht wolle, sei er auch auf dem Rückweg zum Wagen weiter zudringlich geworden.

Der Angeklagte erklärte, ihm sei bei näherer Betrachtung klar geworden, dass die Frau ungefähr so alt wie seine eigene Mutter war. Nachdem der 30-Jährige der Frau ihre Jacke und die gesammelten Flaschen aus dem Auto zurückgeben hatte, trennten sich die Wege. Die Frau, die sich das Pkw-Kennzeichen gemerkt hatte, ging dann unverzüglich zur Polizei, um nach eigenem Bekunden „jüngere Frauen vor so einem Kerl zu bewahren”.

„An der Darstellung der Zeugin haben wir keinerlei Zweifel”, unterstrich Dr. Ebeling. Das Gericht folgte daher dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
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