Düren - „Ich sehe es als Stabwechsel”: Karl-Albert Eßer legt Amt nieder

„Ich sehe es als Stabwechsel”: Karl-Albert Eßer legt Amt nieder

Von: Stephan Johnen
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Karl-Albert Eßer (Mitte) legt
Karl-Albert Eßer (Mitte) legt den CDU-Fraktionsvorsitz zum 30. August nieder. Als Wunschnachfolger präsentierte er Stefan Weschke. Rechts im Bild ist der Stadtparteivorsitzende Thomas Floßdorf. Foto: Johnen

Düren. Die politische Sommerpause ist beendet. Und noch vor der ersten Ratssitzung gab es in Düren eine Überraschung: Karl-Albert Eßer, seit 13 Jahren Chef der CDU-Fraktion im Stadtrat, wird zum 31. August das Amt des Fraktionsvorsitzenden niederlegen. Über diesen Entschluss habe er am Montagabend die CDU-Fraktion informiert.

„Ich sehe es als Stabwechsel”, sagte der 59-Jährige. Als Wunschkandidat für seine Nachfolge habe Eßer den 47 Jahre alten Stefan Weschke vorgeschlagen. In Anschluss an die morgige Ratssitzung, in der erneut die Personalie „Leitung des Technischen Dezernates” auf der Tagesordnung steht, werde die Fraktion einen neuen Vorsitzenden wählen.

Stefan Weschke habe als Fraktionsvize und im Finanz- und Stadtentwicklungsausschuss bewiesen, „wie man eine Stadt wieder auf Kurs bringt”, unterstrich der CDU-Stadtparteivorsitzende Thomas Floßdorf die Eignung des Politikers.

„Mit einer Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz sind wir immer gut gefahren”, sagte Floßdorf - und kam mit dieser Aussage der Frage zuvor, ob er ebenfalls für das Amt kandidieren wolle. Floßdorf und Weschke dankten im Namen der Fraktion Eßer für die „hervorragende Arbeit” und die „Impulse, die der Fraktionsvorsitzende für die Stadtentwicklung gegeben hat”.

„Es ist eine gute Zeit für einen Wechsel an der Fraktionsspitze”, begründete Eßer am Dienstag seine Entscheidung. Der Politiker, der im Jahr 2010 wegen eines Burnouts eine Auszeit genommen hatte, habe stets beabsichtigt, im September 2013 - ein Jahr vor der Kommunalwahl - sein Amt niederzulegen. So sollte der Nachfolger ausreichend Zeit haben, sich einzuarbeiten.

„Ich habe mich in der Sommerpause gefragt, ob ich noch genügend Kraft, Energie und Geduld habe”, sagte Eßer. Die Fragen habe er mit Nein beantworten müssen. Deswegen habe er die Entscheidung ein Jahr früher getroffen. Dreimal habe Eßer für Bürgermeister Paul Larue und die CDU „ziemlich erfolgreich” im Kommunalwahlkampf gestanden. „Das kann man nicht beliebig wiederholen”, sagte der 59-Jährige.

Selbst habe er sich stets als Ideengeber, Antreiber und „Durchsetzungskämpfer” gesehen. In der Vergangenheit sei es ihm immer schwerer gefallen, „sich nach Schlachten zu regenerieren”. „Ich wollte die Warnsignale dieses Mal ernstnehmen.” Der Abschied vom Amt des Fraktionsvorsitzenden sei kein Abschied von der Kommunalpolitik. Eßer wolle weiter im Fraktionsvorstand mitarbeiten und bei der kommenden Kommunalwahl kandidieren.

„Ich kann ganz gut mit Sachen abschließen. Es war eine gute Zeit, ich blicke auf Erfolge zurück”, sagte Eßer. Die Pläne der CDU zum Thema Baudezernent/Amtsleiter für die heutige Ratssitzung, bei der er noch Fraktionschef sein wird, wollte er nicht kommentieren. „Wir werden am Mittwoch eine Entscheidung treffen”, sagte Eßer. „Es wird vorher keine Spekulationen geben.”

Eßer und seine Fraktionskollegen stellten am Dienstag aber noch ein ganzes Paket von Anträgen vor. So fordern die Christdemokraten unter anderem, neue, kleinere Baugebiete für Familien auszuweisen und einen Architekten- und Investorenwettbewerb für das Gelände der ehemaligen Cornetzhofschule vorzubereiten.

Dort solle ein Generationen übergreifendes Wohnen ermöglich werden. Alle Akteure der Stadtentwicklung sollen zudem an einen Tisch geholt werden, um unter dem Motto „City 2020” mit Hilfe externer Moderation neue Leitgedanken für die Stadtentwicklung zu formulieren.

„Die Flut von Anträgen ist eine Art von Torschlusspanik vor der Kommunalwahl”, kritisierte die SPD-Fraktion. Die CDU entdecke Themen, „die sie seit 1999 geflissentlich ignoriert hat oder abgebügelt hat, wenn sie von der Opposition eingebracht worden sind”. So seien beispielsweise die Anträge zur Errichtung eines Tourismusbüros und zur Verbesserung des Radverkehrsnetzes nicht neu. Die SPD spricht angesichts schriftlich nicht begründeter Anträge von „reiner Symbolpolitik”.
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