Düren - Hundert Gulden für ein Blatt: Große Werke im Hoesch-Museum

Hundert Gulden für ein Blatt: Große Werke im Hoesch-Museum

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Rembrandts Radierung Hundertguldenblatt von 1648 ist eine Leihgabe des „Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud Köln“. Foto: Dieter Bongartz

Düren. Im zweiten Teil unserer Serie zur Ausstellung „Paper is part of the picture“, die derzeit im Leopold-Hoesch-Museum zu sehen ist, präsentieren wir das um 1649 vollendete Hundertguldenblatt. Es gehört zu Rembrandts (1606 - 1669) berühmtesten Radierungen, die schon zu Lebzeiten des Künstlers bei Sammlern hochgeschätzt waren.

Das Blatt verdankt seinen Namen dem Preis, den Rembrandt sich dafür angeblich bezahlen ließ. Die Radierung vereint zentrale Botschaften Jesu aus dem inhaltsreichen 19. Kapitel des Matthäusevangeliums. Im warmen Licht steht Christus leicht erhöht, einer Frau mit Kind auf dem Arm zugewandt, der ausgerechnet Petrus den Weg zu versperren versucht.

Die Gruppe illustriert den Ausspruch Jesu: „Lasset die Kindlein zu mir kommen.“ Der distanziert stehende Herr in Rückenfigur links und das Kamel rechts im Hintergrund ist mit Jesu Worten zu verbinden: „Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. Weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“

Links von Christus sitzt ein junger Mann in kostbaren Gewändern. Es ist der reiche Jüngling, den Jesus auffordert, seine Habe zu verkaufen und ihm nachzufolgen. In der rechten Bildhälfte sind Kranke zu sehen.

Rembrandt schuf seine späten Radierungen, zu denen das Hundertguldenblatt gehört, nicht nur mit einer neuartigen Kombination von Ätz- und Kaltnadelradierung, sondern entwarf sie ohne vorbereitende Ölskizzen direkt auf der Radierplatte. Rembrandts Radierungen gewinnen damit eine souveräne Meisterschaft und markieren damit einen entscheidenden Wendepunkt in der Graphik.

Im Netz: www.leopoldhoeschmuseum.de

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