Hürtgenwalder Zukunftswerkstatt: Umdenken ist gefragt

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
In zwei Gruppen diskutierten H
In zwei Gruppen diskutierten Hürtgenwalder Bürger über die Zukunft ihrer Vereine und der Freiwilligen Feuerwehr. Foto: Elberfeld

Hürtgenwald. Es war still in der Hauptschule, als Dr. Andreas Witte vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr an der RWTH Aachen den Teilnehmern der zweiten Zukunftswerkstatt der Gemeinde Hürtgenwald in der Aula die Ergebnisse des ersten Zusammentreffens bekanntgab.

Die Bürger hatten einige Wochen zuvor in der Aula des Franziskus-Gymnasiums festgestellt, dass es in der Kultur und im Zusammenleben der Menschen in ihren Dörfern Mangelerscheinungen gebe. Es fehlten Treffpunkte und kleine Kneipen, in der sich die Menschen begegnen könnten.

Zudem wurde die schwindende Bereitschaft beklagt, ein Ehrenamt zu übernehmen. Zwar seien viele Vereine in der Gemeinde noch intakt. Doch auch sie hätten mit abnehmenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. So trete allmählich der Nachwuchsmangel bei den Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr zutage. Das habe Folgen für die Sicherheit.

Viele Teilnehmer klagten auch über die schlechte Nahversorgung in einzelnen Orten. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) lasse nach Meinung vieler Teilnehmer zu wünschen übrig. „Wie komme ich ohne Auto von A nach B?”, fragten sie? Für junge Menschen sei es ein kleineres Problem, zu Fuß oder mit dem Rad den Einkauf zu erledigen. Für Senioren, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind, dagegen schon.

Im Rahmen des demografischen Wandels müsse ein Umdenken erfolgen, erklärte Referent Andreas Witte. Bei den Diskussionen an zwei Arbeitstischen zu den Themen „Entwicklung der Vereine” und „Brandschutz und Rettungswesen” in der Gemeinde tauschten die Männer und Frauen sachlich und engagiert ihre Argumente aus.

Sie erkannten und benannten die Gründe für das Verschwinden des Ehrenamtes und die zunehmende Unlust, für die Gemeinschaft Arbeit und Zeit einzusetzen. Gründe seien unter anderem die Flexibilisierung der Arbeitszeit, der Wertewandel und die Enttäuschung über die Vorgänge in einer globalisierten Welt.

Bei nahezu allen Vorschlägen, wie man die Zukunft im Rahmen einer vernünftigen Daseinsvorsorge im Dorf bewältigen könne, stießen beide Gruppen sehr schnell auf das Thema „Finanzierung”. In Abwandlung eines Kennedy-Wortes kamen die Teilnehmer zu der Einsicht, dass man sich fragen sollte, was man selbst für die Gemeinde und nicht, was kann die Gemeinde für die Menschen tun könne.

Bei knappen Kassen der Kommunen werden wohl - darin waren sich die meisten Diskutanten einig - die Bürger selbst die Initiative ergreifen müssen. Wenn kein von der Gemeinde finanzierter Bus zum nächsten Treffpunkt fährt, dann vielleicht ein mit Werbemitteln finanzierter Bus, gelenkt von einem rüstigen Rentner, der seine Zeit sinnvoll für das Allgemeinwohl einsetzen möchte. Bei der dritten Zukunftswerkstatt der Gemeinde werden wiederum die Ergebnisse der bisherigen Gespräche vorgelegt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert