Hürtgenwald - „Hürtgenwald hilft“: Ein Dach für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit

Whatsapp Freisteller

„Hürtgenwald hilft“: Ein Dach für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
12202410.jpg
Gisela Gerdes und Hans-Joachim Jericke stellten die Arbeit des neuen Vereins „Hürtgenwald hilft“ vor. Foto: Johnen

Hürtgenwald. Wer koordiniert die Deutschkurse? Wer ist Ansprechpartner für die Gemeinde? Und an wen können sich Bürger, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe einbringen möchten, eigentlich wenden? Die Hilfsbereitschaft der Hürtgenwalder war schon im vergangenen Jahr groß, als zunehmend Flüchtlinge und Asylbewerber eine Unterkunft im Gemeindegebiet bezogen.

Doch es zeigte sich auch: Ohne klare Strukturen geht Zeit verloren, werden manche Wege doppelt gelaufen, gibt es viele offene Fragen. Aus diesem Grund hat sich aus der bürgerschaftlichen Initiative „Hürtgenwald hilft“ ein gleichnamiger Verein gegründet. Die Gemeinnützigkeit ist beim Finanzamt beantragt.

Der neue Verein ist nun sozusagen das Dach, unter dem sich alle Helfer in der Gemeinde Hürtgenwald versammeln können. Zur Vorsitzenden wählten die Gründungsmitglieder Gisela Gerdes, ihr Stellvertreter ist Dirk Bauer. Schatzmeister des neuen Vereins ist Jörg Melchior, Pressewart ist Ernst Latzke, Schriftführer Hans-Joachim Jericke. Holger Kedding ist stellvertretender Pressewart, Helma Grewe stellvertretende Schriftführerin.

„Als vor 30 Jahren die ersten Flüchtlingswellen Deutschland erreicht haben, waren es nur Einzelne, die sich um die Menschen gekümmert haben. Es gab keine breite Rückendeckung in der Gesellschaft“, blickt Gisela Gerdes auf die Ursprünge der Flüchtlingshilfe zurück. Keimzelle der Arbeit in der Gemeinde Hürtgenwald waren viele Ehrenamtliche, die damals schon aktiv wurden. Doch es kamen sehr schnell sehr viele weitere Unterstützer hinzu.

Hans-Joachim Jericke beispielsweise zog erst vor wenigen Jahren aus Essen in den Hürtgenwald. „Ich wurde freundlich begrüßt und sehr schnell in die Gemeinschaft aufgenommen“, sagt er. Diese Erfahrung möchte er auch den Flüchtlingen ermöglichen, ihnen helfen, sich integrieren zu können, eine Arbeitsstelle zu finden und ihren Weg gehen zu können. Er ist überzeugt, dass er sein im Planungsamt und im Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Essen erworbenes Wissen einsetzen kann.

Der Verein setzt fort, was die Mitglieder schon begonnen und aufgebaut haben: Paten begleiten die Flüchtlinge und Asylbewerber bei Behördengängen und unterstützen sie bei der Suche nach Arbeit und Ausbildungsmöglichkeiten. Weil das Erlernen der deutschen Sprache eine zentrale Rolle spielt, organisieren ehrenamtliche Helfer dezentrale Sprachkurse im Gemeindegebiet. „Viele Menschen nehmen an mehreren Kursen teil, um möglichst schnell die Sprache zu lernen“, berichtet Gisela Gerdes. Positiver Nebeneffekt: Es entstehen in den Kursen Freundschaften, der persönliche Kontakt sei auch eine Art „Frühwarnsystem“, weil sich abzeichnende Probleme schnell gelöst werden.

Der Verein sammelt auch Sachspenden. besonders benötigt werden Sommerkleidung für junge, schlanke Männer, Erstausstattungen für Säuglinge und gut erhaltene Fahrräder. Spenden können im Sachspendenlager im Rathaus donnerstags von 14 bis 17 Uhr und im Lager Bergstein (Burgstraße 20) mittwochs von 9 bis 11 Uhr und nach Absprache abgegeben werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert