Hospiz Rureifel: In den vergangenen zehn Jahren hat sich viel getan

Von: Naima Wolfsperger
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20 Jahre Hospiz Rureifel: „Es hat sich in den vergangenen zehn Jahren viel getan“, sagt der Seelsorger Werner Conen (v.l.). Dieser Meinung sind aucch Brigitte Gfeller und Elke Steinau. Foto: Naima Wolfsperger

Nideggen. Das Hospiz Rureifel feiert seinen zwanzigsten Geburtstag. Was 1996 begann ist heute eine feste Instanz in der Eifelregion – und eine, „auf die man nicht verzichten kann“, sagt Werner Conen. Tod und Sterben, das seien Themen, mit denen sich die Menschen nicht sehr gerne auseinandersetzen.

„Dabei gehört beides zum Leben“, sagt Conen. Menschen und ihre Angehörigen werden in diesen Lebensphasen oft allein gelassen, „der Tod wird abgeschoben, ins Seniorenheim oder ins Krankenhaus.“

Die Hospizarbeit beziehe sich vor allem darauf, das Sterben und den Tod wieder in das Leben zu holen – „damit sich die Betroffenen den Weg den sie gehen selbst aussuchen können.“ Die freie Entscheidung, die Möglichkeit zu Hause zu bleiben und sich dieses Lebensalter selbst gestalten zu können. „Wir sind dabei nur Begleiter“, sagt Conen und betont, dass ihre Hilfe auch darin bestehen könne, sich weitgehend heraus zu halten. Die Arbeit unserer Ehrenamtler beginnt oft mit regelmäßigen Besuchen, etwa alle zwei Wochen.

Mit der Zeit und je nach Erkrankung oder besonderen Bedürfnissen werde die Frequenz dann erhöht. Elke Steinau ist eine der Ehrenamtlerinnen. Sie arbeitet im Seniorenheim und hat sich vor zehn Jahren entschieden die Hospizschulung des Vereins mitzumachen. „Ganz konkret mit dem Ziel, dass mir die Ausbildung bei der Arbeit hilft.“ Dann sei sie aber in dem Verein „hängengeblieben“ und immer noch Feuer und Flamme für die unterstützende Begleitung Sterbender. Der Tod werde immer in grauen und dunklen Farben gemalt – dabei sei er Teil des Lebens und sehr bunt, sagt Steinau: „Es geht darum, dass der Sterbende sein Leben selbst bestimmt.“

In den vergangenen zehn Jahren habe sich da viel getan, findet Conen. Gerade, dass sogar in den vielen kleinen Eifeldörfern der Ausbildungskurs seit zwanzig Jahren immer wieder so viel Andrang finde, sei ein gutes Zeichen. Etwa 35 Menschen engagieren sich ehrenamtlich im Verein. Aber nicht nur wer mitarbeiten möchte kann die hospizliche Ausbildung machen. Auch wenn im privaten Umfeld ein Sterbender begleitet werden muss, oder aus anderem Grund Interesse besteht, kann man die zweijährige Ausbildung mitmachen. „Wir haben uns bewusst für ein langfristiges Schulungskonzept entschieden“, sagt Conen.

An anderen Stellen werde die Sterbebegleitung auch in sechs Monaten abgehandelt. „Aber wir wollen, dass sich die Menschen in Ruhe Gedanken machen können, die einzelnen Informationen erst einmal sacken lassen können.“ Und auch aus rein praktischen Gründen – um Familie, Beruf und die Schulung miteinander verbinden zu können, werde die Schulung auf eine Unterrichtseinheit im Monat begrenzt. Die Beteiligten machten die Schulung in erster Linie für sich selbst, „für ihr eigenes Leben. Wir freuen uns dann über jeden der sich entscheidet ehrenamtlich bei uns mitzumachen. Aber diese Entscheidung ist freiwillig.“

Koordinatorin Ellen Schmidt ist die erste die mit den Betreuenden Kontakt aufnimmt. „Sie spricht dann vor Ort ab, wie die Vorstellung der Betroffenen aussieht, welche, wie viel und wie häufig sie gerne Unterstützung hätten“, erklärt Conen wie die Koordinatorin sich für den passenden ehrenamtlichen Begleiter entscheidet. Themen wie Glaube und Religion spielen mit in diese Entscheidung.

Seit sechs Jahren gibt es auch das Trauercafé für Angehörige. Brigitte Gfeller ist mit drei weiteren Kolleginnen dafür zuständig. Hierbei sei vor allem Feingefühl nötig, sagt Gfeller – und oft auch das eigene Zurücknehmen. Jeden zweiten Samstag im Monat bieten sie ein Frühstück im Hospiz, Kirchgasse 6 in Nideggen an. „Für jedes Treffen überlegen wir uns ein spezielles Thema“, erklärt Gfeller. Ob und wie intensiv das Thema besprochen wird ist abhängig davon, was die Trauernden besprechen wollen. „Das heißt aber nicht, dass immer geweint wird – wir lachen auch viel und gerne. Aber der Raum zu weinen ist immer da.“

Weitere Infos zur hospizlichen Arbeit, zur Ausbildung und zum Trauercafé gibt es unter der Telefonnummer 02427/904263.

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