Hoffen auf ein Ende der Niedrigzinsphase

Von: Stephan Johnen
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Auf der Projektbörse der Bürgerstiftung im Haus der Stadt stellten elf Initiativen und Institutionen Pläne für Projekte vor und warben um Unterstützung. Unser Bild zeigt Mitglieder des „Jungen Theaters Düren“. Die Jugendlichen bringen „Hamlet“ auf die Bühne. Foto: Stephan Johnen
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Dr. Gisela Hagenau ist Vorsitzende der Bürgerstiftung Düren.

Düren. Wie lassen sich Kultur, Bildung und Erziehung sowie der Dialog zwischen Jung und Alt fördern? Welche Ideen gibt es in der Stadt und in der Region Düren? Wer benötigt bei der Umsetzung seiner Pläne noch Unterstützung?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Projektbörse der Bürgerstiftung Düren im Haus der Stadt. Am Samstag konnte sich jeder Interessent ein Bild machen, welches bürgerschaftliche Engagement es gibt. Elf Initiativen und Institutionen stellten ihre Konzepte vor – und bewarben sich zugleich um einen Zuschuss der Bürgerstiftung.

Seien es die Bewohnerinitiative Mariaweiler oder der Bürgerverein Satellitenviertel, die um Zuschüsse für Ferienfreizeiten baten, das „Junge Theater Düren“, das „Hamlet“ auf die Bühne bringt, oder der Dürener Turnverein, der angesichts der steigenden Zahl der Nichtschwimmer mehr Kindern einen Ferienschwimmkurs ermöglichen möchte: Für den Vorstand der Stiftung sind alle Projekte Beispiele für bürgerschaftliches Engagement, das es zu fördern gelte. Wie die zur Verfügung stehenden 5000 Euro verteilt werden, muss der Vorstand noch entscheiden.

Angesichts der Niedrigzinsphase wird es für die gemeinnützige Bürgerstiftung immer schwieriger, das Stiftungskapital gewinnbringend anzulegen. 664.000 Euro haben Stifter seit April 2003 zur Verfügung gestellt, die Zinserträge sind jedoch seit einigen Jahren rückläufig. Können aktuell noch rund 13.000 Euro im Jahr ausgeschüttet werden, werden es im kommenden Jahr nur noch rund 10.000 Euro sein. „Wir freuen uns, dass uns viele Menschen mit Spenden unterstützen“, bedankte sich die Vorsitzende Dr. Gisela Hagenau. Denn ohne die Spenden in Höhe von rund 30.000 Euro könnte die Stiftung auch ihre eigenen Projekte kaum stemmen.

Etwa 50 ehrenamtliche Mentoren fördern mehr als 100 leistungsschwache Kinder aus 21 Schulen im Lesen und Schreiben. Mit dem neuen Projekt „Was, wieso, warum?“ sollen Grundschüler für Naturwissenschaften und Technik begeistert werden (siehe Infokasten).

An drei Schulen kann regelmäßig das Projekt „SingPause“ angeboten werden, das musikalische, kreative und emotionale Fähigkeiten der Schüler fördern soll und mit dem rund 600 Grundschüler erreicht werden. „Wir benötigen etwa 50 000 Euro, um die ‚SingPause‘ drei Jahre lang zu finanzieren und die Fachkräfte zu bezahlen“, rechnet Gisela Hagenau vor. „Wir würden unser Engagement gerne ausweiten, es gibt viele Anfragen von Schulen. Aber ohne weitere Spenden ist dies nicht möglich“, fügt sie hinzu.

Angesichts der niedrigen Zinsen hofft die Stiftung nicht nur auf ein Ende des billigen Geldes, sie will auch verstärkt um „Verbrauchsstiftungen“ werben, bei denen das Kapital nicht angelegt, sondern zweckgebunden verbraucht wird. „Mittel- und langfristig muss es unser Ziel sein, das Stiftungskapital zu erhöhen“, sagt Gisela Hagenau. Die Bürgerstiftung will auch versuchen, Industrieunternehmen als Stifter ins Boot zu holen.

„Nach wie vor fragen sich viele Menschen, was wir für ein Verein sind“, sagt Dr. Gisela Hagenau. Die Bürgerstiftung möchte daher verstärkt darüber informieren, „welchen Beitrag sie für die Stadt leistet“, welche Initiativen unterstützt werden – und welche eigenen Projekte es gibt. Aktuell arbeitet die Bürgerstiftung an einem Konzept, Deutschunterricht für Flüchtlingskinder in den Erstaufnahmeeinrichtungen anzubieten. „Wir suchen noch ehrenamtliche Mitstreiter“, bittet Gisela Hagenau um eine Zeit-Spende.

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