Hoffen auf 35 Millionen Euro Förderung

Von: Jörg Abels
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Die Fußgängerzone der Kölnstraße soll als erste Maßnahme des Masterplans umgestaltet werden. Foto: Abels

Düren. CDU-Chef Thomas Floßdorf spricht von einem Elfmeter für die Stadtentwicklung, Baudezernent Paul Zündorf von einem Instrument, dass ihn zuversichtlich stimmt, „dass sich die Innenstadt wieder zu dem urbanen und vitalen Zentrum entwickelt, das sie einmal war“: Die Rede ist von einem 337-Seiten starken Papier mit dem sperrigen Namen „Integriertes Handlungskonzept Innenstadt Düren“.

Mit dem im Vorfeld der Stadtratssitzung am 12. November einstimmig im Stadtentwicklungsausschuss empfohlenen Masterplan-Instrument erhofft sich die Stadt Zuschüsse in Millionenhöhe. Der Antrag zur Aufnahme ins Städtebauförderungsprogramm 2015 des Landes NRW soll bis Ende November bei der Bezirksregierung Köln gestellt werden.

Positive Signale aus Köln

Das Papier listet öffentliche Baumaßnahmen im Umfang von rund 48 Millionen Euro auf, die in den kommenden sieben bis zehn Jahren umgesetzt werden sollen – städtebauliche und solche, die die Verkehrsinfrastruktur verbessern. 9,2 Millionen will die Stadt selbst in die Hand nehmen, im Idealfall rechnet sie mit einer Förderung in Höhe von 35 Millionen Euro. Der Rest entfällt auf Anliegerbeiträge und Grundstückserlöse.

Eine Gewähr, dass die Mittel auch komplett in der erhofften Höhe fließen, gibt es zwar nicht. Paul Zündorf und Masterplaner Dr. Harald Heinz aber sind nach mehreren Abstimmungsgesprächen mit der Bezirksregierung Köln recht zuversichtlich, dass der Masterplan in der vorliegenden Form bis zum Spätsommer 2015 zumindest in großen Teilen genehmigt wird. Damit hätte die Stadt Handlungssicherheit und könnte mit der Planung und Umsetzung der insgesamt 18 einzelnen Ordnungsmaßnahmen, die alle noch politisch abgesegnet werden müssen, beginnen. „Wir haben quasi einen Hürdenlauf vor uns“, beschreibt Peter Koschorreck das Szenario aus SPD-Sicht. „Jedes Projekt ist eine mehr oder weniger hohe Hürde.“ SPD und Ampel-Koalition seien bereit, jede zu nehmen. In Einzelfällen wie bei der Umgestaltung der Kölnstraße soll ein vorzeitiger Beginn beantragt werden, kündigte Harald Heinz an.

Die öffentlichen Investitionen sollen private in einem noch weitaus größeren Umfang auslösen. Der Masterplaner spricht vom fünf- bis achtfachen Volumen, das in vergleichbaren Prozessen üblich wäre. Im integrierten Handlungskonzept hegt die Stadt die Hoffnung auf private Investitionen im Umfang von rund 260 Millionen Euro. Auch hier locken innerhalb des „Sanierungsgebietes“ Fördermittel, darüber hinaus auch steuerliche Vergünstigungen. „Das Interesse von Investoren und Immobilieneigentümern ist bereits geweckt“, betont Paul Zündorf. Viele Immobilienbesitzer hätten in Gesprächen den Sanierungsbedarf in ihren 50er-Jahre-Häusern bereits erkannt, um neue Mieterschichten ansprechen zu können, andere sollen mit einer kostenlosen Modernisierungsberatung noch ermuntert werden.

Der Masterplan schaffe aber auch einen verlässlichen Rahmen für private Investitionen in städtebauliche Projekte, betont Zündorf und nennt ein Beispiel: das Heyder-Gelände an der Dechant-Vaßen-Straße, auf dem ein Projektentwickler hochwertigen Wohnraum schaffen will. Hier rechnet die Stadt bereits mit einem Baubeginn im kommenden Jahr. Und auch auf dem Depiereux-Gelände an den Stadtwerken stünden die Zeichen gut. Die Stimmung in Düren und damit das Investitionsklima werde besser, hat Zündorf festgestellt.

Und damit das Investitionsklima noch besser wird, sollen offene Wunden der Stadtentwicklung geheilt werden. Harald Heinz nennt einige Beispiele: Südlich der Bahn, zwischen Bahnhof-Südausgang und Stadtcenter, soll mit privaten Investoren bis 2022 ein attraktives Wohnquartier entstehen mit einer direkten Verbindung zwischen Bahnhof und Stadtcenter. An der Schützenstraße soll bis 2018 der Hinterhofcharakter der Wirtelstraße unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Stadtmauerreste und des ebenfalls denkmalgeschützten Pavillons verschwinden. „Wir wollen aus der Rückseite eine Vorderseite machen“, erklärt Heinz. Ein weiteres Vorhaben, das ohne die Beteiligung der privaten Immobilienbesitzer nicht möglich ist.

Bei der Umgestaltung des Marktplatzes – Wegfall der Spielplatz-Dreiecke, Schaffung von Baumreihen und Versetzen der Marienstatue in die Platzmitte – könnten die Marktstände auch ohne Platzverlust und Ausdehnung auf benachbarte Straßen neu geordnet werden, bei der Umgestaltung des Kaiserplatzes und des Bereichs Stadthalle/Theodor-Heuss-Park müsse Wasser eine zentrale Rolle spielen, betont Heinz. Das Thema Wasser gehört wie das Thema Papier zu den zentralen Leitmotiven des Masterplans. Angemerkt

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