Hoesch-Museum: Statt 20.000 gerade einmal 5672 Besucher

Von: Jörg Abels
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Mit gut 1,5 Millionen Euro im Jahr lässt sich die Stadt Düren das Leopold-Hoesch-Museum einiges kosten. Die Zahl der Besucher aber war zuletzt mit 5672 überschaubar gering. Foto: Abels
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Für Bürgermeister Paul Larue sind die Besucherzahlen des Museums nicht zufriedenstellend.

Düren. Den Vorwurf mangelnder Transparenz wollte Bürgermeister und Kulturdezernent Paul Larue (CDU) nicht im Raum stehen lassen. „Wir haben nichts zu verstecken und stellen uns einer offenen Aussprache.“ Er hat nun eine detaillierte Aufstellung über die Besucherzahlen des Leopold-Hoesch-Museums vorgelegt. Und die weist für das Jahr 2016 nicht die Marke von 20.000 Besuchern aus, die Direktorin Dr. Renate Goldmann gerne glaubhaft machen wollte, sondern lediglich 5672.

Darunter waren 2534 zahlende Besucher, die nach Auskunft der Kämmerei für eine Einnahme von 11.950 Euro sorgten.

In der Gesamtzahl enthalten sind bereits Kinder und Jugendliche, die an Workshops (600) oder Malkursen (53) teilgenommen haben, die Mitglieder des Museumsvereins, die freien Eintritt haben, und zum Beispiel die Besucher der Filmlogen (47) und Museumsdialoge (72), die des internationalen Museumstags (237) und die der Langen Nacht der Museen (99). Freien Eintritt hatten die Gäste der Ausstellungseröffnungen (972).

Larue macht keinen Hehl daraus, dass die nackten Zahlen alles andere als zufriedenstellend sind, zumal die Stadt bei laufenden Ausgaben fürs Museum in 2016 von 1,56 Millionen Euro jedes verkaufte Ticket mit mehr als 600 Euro subventioniert hat. Obwohl Larue nicht müde wird zu betonen, dass die Quantität der Besucher nichts über die Qualität der Ausstellungen aussagt und er darauf verweist, dass die in Düren zu sehenden Künstler auch in anderen namhaften Museen weltweit ausstellen, steht auch für ihn fest: „Wir stehen vor der Herausforderung, mehr Besucher anzusprechen.“

Einen deutlichen Schub erwartet der Bürgermeister wie die Museumsdirektorin von der Neueröffnung des Papiermuseums im März 2018, das gerade für 4,4 Millionen Euro umgebaut und erweitert wird. „Wir haben schon den Anspruch, in Zukunft eines der führenden Papiermuseen in Deutschland zu haben“, betont der Bürgermeister.

Inhaltlich drei Ansätze

Um in Zukunft mehr zahlende Besuchers für das Leopold-Hoesch-Museum zu interessieren, hat Larue inhaltlich vor allem drei Ansätze im Blick. „Wir müssen neben zeitgenössischen Künstlern verstärkt auch etablierte ausstellen.“ Die kommende Schau von Niki de Saint Phalle (2. April bis 2. Juli), die mit ihren „Nana“-Figuren weltweit bekannt wurde, sieht er als Chance, an die Publikumserfolge der Ausstellungen von Rizzi- und Janosch-Werken in Heimbach anzuknüpfen.

„Wir sollten aber auch regionaler und lokaler werden“, fordert Larue, „und öfter Ereignisse wie das Annakirmes-Jubiläum 2013 aufgreifen.“ Zur damaligen Ausstellung „Die Kunst der Schausteller. 375 Jahre Annakirmes“ fanden allein 3017 Besucher den Weg ins Museum. Und schließlich setzt er mit der Eröffnung des Papiermuseums auf eine engere Verzahnung von Kunst und Kunsthandwerk, um verstärkt Kitas und Schulen anzusprechen. „Es sollte in Zukunft keine Gruppe mehr geben, die das Papierschöpfen nicht selbst erlebt und sich nicht über die Historie und Bedeutung der Papierindustrie in der Region informiert hat.

Gleichwohl, und auch das räumt Larue ein, „müssen wir uns auch fragen, ob wir unsere eigenen Werbemaßnahmen für das Museum nicht erweitern müssen“. Er denkt dabei zum Beispiel an Bannerwerbungen an den Haupteinfallstraßen wie der B56, die auf aktuelle Ausstellungen hinweisen, aber auch direkt am Museum an der August-Klotz-Straße.

Und er könnte sich auch, angelehnt an den Antrag der „Ampel“-Koalition, neue Akzente bei den Eintrittspreisen und Gebühren im Museum vorstellen. Insbesondere sollten die Kurs- und Führungsgebühren für Kinder- und Jugendgruppen günstiger werden, während sich Larue durchaus vorstellen kann, dass der erwachsene Vollzahler auch mehr als die bisherigen sechs Euro bezahlen würde. „Insgesamt würde ich mich über eine inhaltlich ausgerichtete Debatte zur Zukunft der beiden Museen freuen“, betonte Larue. Eine Diskussion, an der sich auch die Politik beteiligen sollte.

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