„Hörst Du die Grillen zirpen?”: Vortrag über Hörschäden

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Lustiger Vortrag mit ernstem Hintergrund: Dr. Justus Ilgner kam in der Gesamtschule Langerwehe sehr gut an. Foto: Guthausen

Langerwehe. „Hörst Du auch die Grillen zirpen?” Falls der so auf einem sommerlichen Eifelspaziergang Angesprochene entgegnet: „Wo riechst du denn hier etwas Gegrilltes?”, dann könnte es daran liegen, dass der Betreffende an einer Hochtonschwerhörigkeit leidet - und es bis jetzt nur noch nicht erkannt hat.

Diese und ähnliche Anekdoten aus seiner täglichen Praxis wusste Dr. Justus Ilgner auf dem Vortragsabend an der Gesamtschule Langerwehe zum Thema „Generation taub? Hörschäden durch mp3-Player und andere Lärmquellen” dem Publikum zu berichten. Der leitende Oberarzt der Klinik für HNO-Heilkunde und Plastische Kopf- und Halschirurgie an der Uniklinik Aachen erzählte von Schallstärken und Frequenzen, dem Aufbau des Ohres und seiner Funktionsweise und welche Lärmquellen bei welchen Dosen zu bleibenden Schäden führen können. Auch die Prävention von Hörschäden und mögliche Therapien wurden angesprochen.

Seinen Vortrag bereicherte Ilgner immer wieder durch amüsante Einlagen: „Sind Haarzellen eigentlich musikalisch?” Dieser Eindruck konnte jedenfalls entstehen, als man die Videoaufzeichnung einer mikroskopischen Aufnahme der Sinneshaarzelle eines Menschen betrachtete, die sich im Rhythmus von Bill Haleys „Rock around the Clock” zusammenzog.

Und was macht gerade die Benutzung von mp3-Playern mit kleinen Ohrhörern so gefährlich? Es sind mehrere Faktoren, vor allem aber der hohe Dynamikumfang der Geräte und das geringe Verteilungsvolumen des Schalls, der im Gegensatz zu der Verwendung von Lautsprechern oder Kopfhörern direkt auf das Trommelfell abgestrahlt wird. Außerdem verleitet die sogenannte Schwellenabwanderung zum „Lauterdrehen”, weil sich das Ohr an den hohen Lärmpegel nach einiger Zeit gewöhnt.

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